US-Militär vermisst seit 40 Jahren Atombombe
Vor 40 Jahren hat das US-Militär nach einem Flugzeugabsturz im zu Dänemark gehörenden Grönland vier Atombomben verloren.

Foto © APEin B52-Bomber der US-Armee
Das Pentagon behauptet bis heute, alle vier seien ohne
atomare Explosion zerstört worden. Neue Dokumente belegen jedoch,
dass ein Sprengkopf bis heute nicht gefunden wurde, berichtet
"Spiegel Online" am Mittwoch.
Die amerikanischen B28-Wasserstoffbombe mit 1,1 Megatonnen
Sprengkraft und der Inventarnummer 78252 ging am 21. Jänner 1968 in
der Nähe der grönländischen Basis Thule verloren. Während eines
Patrouillenflugs einer atomar bewaffnete B52 der US-Airforce ("B-52G
HOBO 28") war im Cockpit ein Feuer ausgebrochen.
Überreste geborgen.
Bei den Aufräumarbeiten gelang es Dänen und den Amerikanern, die
Überreste von drei Wasserstoffbomben aus dem Eis zu bergen. Das
vierte Exemplar blieb jedoch verschollen, offenbar bis heute, wie die
neuen Dokumente belegen. Die Amerikaner seien anfangs nervös gewesen,
nicht nur wegen der radioaktiven Bestandteile der Bombe, sondern
auch, weil mögliche sowjetische Finder eine ganze Menge über die
US-Fähigkeiten hinsichtlich des Baus solch tödlicher Waffen erfahren
hätten. Die US-Militärs hätten sich schließlich zufrieden gegeben:
Wenn sie die Bombenreste nicht finden könnten, dann würde es gewiss
auch niemand anderem gelingen.
Verschleiert.
Die Dänen, die anderen NATO-Partner und die Aufräumarbeiter wurden
über die Vorgänge bewusst im Unklaren gelassen. Zahlreiche der
Arbeiter von Thule berichteten in den Jahren nach dem Unfall über
schwere gesundheitliche Probleme. Eine Klage gegen die dänische
Regierung hatte allerdings ebenso wenig Erfolg wie eine Petition beim
Europäischen Parlament, das sich wegen des Austritts der Grönländer
aus der EU im Jahr 1985 für unzuständig erklärte. Der dänische Staat
zahlte den Überlebenden 1995 eine bescheidene Entschädigung:
umgerechnet 5000 Euro pro Person.
Features
Fakten
Das Absturzgebiet war kontaminiert, die Stärke der Radioaktivität vergleichbar nach einem Anschlag mit einer sogenannten Schmutzigen Bombe. Rund 9000 Kubikmeter verseuchter Schnee wurden eingesammelt und später per Schiff auf Deponien in den USA gebracht.









