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Zuletzt aktualisiert: 06.11.2008 um 19:24 Uhr

Zwölf Jahre Haft für Mordversuch in Wiener Neustadt

27-Jähriger feuerte am 3. Mai viermal auf Kontrahenten.

Zwölf Jahre Haft wegen versuchten Mordes: So lautete am Donnerstag am Landesgericht Wiener Neustadt das Urteil gegen einen 27-Jährigen. Der Österreicher türkischer Herkunft schoss am 3. Mai viermal in einem Auto auf einen 30-Jährigen. Das Opfer wurde schwerst verletzt und durch eine Notoperation im Spital gerettet. Der Schuldspruch ist bereits rechtskräftig, Angeklagter und Staatsanwaltschaft nahmen das Urteil an.

Motiv Eifersucht. Motiv für die Schüsse in Wiener Neustadt dürfte Eifersucht gewesen sein. Das Opfer hätte ein Monat vor der Bluttat angeblich die Ehefrau des 27-Jährigen zu vergewaltigen versucht. Zudem gab der Angeklagte an, vom 30-Jährigen bedroht worden zu sein. Bei einer gemeinsamen Fahrt im Pkw sei ein Streit eskaliert, der Beschuldigte hatte vom Beifahrersitz aus auf den Nebenbuhler gefeuert.

Schuldspruch einstimming. Die Verteidigung hatte auf versuchten Totschlag plädiert, auch darüber hatten die acht Geschworenen bei der Beantwortung ihrer Fragen zu urteilen. Der Schuldspruch hinsichtlich versuchten Mordes fiel aber einstimmig aus. Der 27-Jährige wurde überdies zur Zahlung von 7.000 Euro Schmerzensgeld an den 30-Jährigen verurteilt.

Vorfälle davor. Was sich tatsächlich in den vergangenen vier Wochen vor der Bluttat abgespielt hat, war auch nach Aussagen des Angeklagten und weiteren 15 Zeugen nicht klar. Der 27-Jährige sprach von dem Vergewaltigungsversuch an seiner Ehefrau. Nachdem er davon erfahren hatte, sei eine "angespannte Situation" bei dem Angeklagten eingetreten, in der er sich zu der Tat "hinreißen lassen" habe, so Peter Philipp, der Anwalt des Beschuldigten.

Vergewaltigung. Die vermeintliche Straftat, der Vergewaltigungsversuch an der 26-Jährigen, wurde nicht angezeigt. Der niedergeschossene 30-Jährige selbst stellte die Vorwürfe in Abrede. Auch habe er den Angeklagten, die beiden Männer kennen sich seit mehreren Jahren, nicht bedroht.


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