Zwölf Jahre Haft für Mordversuch in Wiener Neustadt
27-Jähriger feuerte am 3. Mai viermal auf Kontrahenten.
Zwölf Jahre Haft wegen versuchten Mordes:
So lautete am Donnerstag am Landesgericht Wiener Neustadt das Urteil
gegen einen 27-Jährigen. Der Österreicher türkischer Herkunft schoss
am 3. Mai viermal in einem Auto auf einen 30-Jährigen. Das Opfer
wurde schwerst verletzt und durch eine Notoperation im Spital
gerettet. Der Schuldspruch ist bereits rechtskräftig, Angeklagter und
Staatsanwaltschaft nahmen das Urteil an.
Motiv Eifersucht. Motiv für die Schüsse in Wiener Neustadt dürfte Eifersucht gewesen
sein. Das Opfer hätte ein Monat vor der Bluttat angeblich die Ehefrau
des 27-Jährigen zu vergewaltigen versucht. Zudem gab der Angeklagte
an, vom 30-Jährigen bedroht worden zu sein. Bei einer gemeinsamen
Fahrt im Pkw sei ein Streit eskaliert, der Beschuldigte hatte vom
Beifahrersitz aus auf den Nebenbuhler gefeuert.
Schuldspruch einstimming. Die Verteidigung hatte auf versuchten Totschlag plädiert, auch
darüber hatten die acht Geschworenen bei der Beantwortung ihrer
Fragen zu urteilen. Der Schuldspruch hinsichtlich versuchten Mordes
fiel aber einstimmig aus. Der 27-Jährige wurde überdies zur Zahlung
von 7.000 Euro Schmerzensgeld an den 30-Jährigen verurteilt.
Vorfälle davor. Was sich tatsächlich in den vergangenen vier Wochen vor der
Bluttat abgespielt hat, war auch nach Aussagen des Angeklagten und
weiteren 15 Zeugen nicht klar. Der 27-Jährige sprach von dem
Vergewaltigungsversuch an seiner Ehefrau. Nachdem er davon erfahren
hatte, sei eine "angespannte Situation" bei dem Angeklagten
eingetreten, in der er sich zu der Tat "hinreißen lassen" habe, so
Peter Philipp, der Anwalt des Beschuldigten.
Vergewaltigung. Die vermeintliche Straftat, der Vergewaltigungsversuch an der
26-Jährigen, wurde nicht angezeigt. Der niedergeschossene 30-Jährige
selbst stellte die Vorwürfe in Abrede. Auch habe er den Angeklagten,
die beiden Männer kennen sich seit mehreren Jahren, nicht bedroht.











