Der Sportplatz als Risikozone
Mehr als drei Viertel aller Unfälle passieren dann, wenn wir am wenigsten mit ihnen rechnen: in der Freizeit. Während Sport-Profis schweren Verletzungen durch Körperbau und Training vorbeugen können, sind vor allem Freizeitsportler massiv gefährdet.
Von wegen Erholung: Fast drei
Viertel aller im Vorjahr in
Österreich registrierten Unfälle passierten in der Freizeit,
1661 Menschen ließen dabei ihr
Leben. Erfasst wurden dabei
nicht nur Unfälle, auf der Straße,
sondern im Eigenheim und
bei Freizeitaktivitäten. Während
die Mehrzahl der Unfälle bei
Stürzen in den eigenen vier Wänden passiert, gehören vor allem
Sportler zu den Risikogruppen.
Gefahren-Sportarten.
Besonders gefährdet: Schifahrer,
Fußballer und Radfahrer. Gleich
47 Prozent aller Sportunfälle entfallen auf diese drei Sportarten.
Während bei Sportprofis die Häufigkeit der schweren Verletzungen durch Training, Muskelmasse und deutlich bessere Bewegungskoordination vermindert werden kann, stehen schwere Unfälle im Amateurbereich praktisch an der Tagesordnung: "Im Prinzip kann man von einer Pyramide sprechen das Verletzungsrisiko steigt, je weiter man im Sport von der Spitze an die Basis geht", sagt der Kärntner
Christian Gäbler, Sportchirurg
und Chefarzt bei der Fußball-Europameisterschaft 2008. Vor allem im Fußball sind es drei klassische Verletzungen, die schon so
manche hoffnungsvolle Hobbykicker-Karriere beendet haben:
Schien- und Wadenbeinbrüche,
Bänderverletzungen im Knie und
Sprunggelenk, sowie Verletzungen im Gesichtsbereich. Mehr als
31.000 Fußballer mussten sich im
vergangenen Jahr nach Verlet
zungen in Österreich behandeln
lassen.
Seltene Todesfälle.
Wenn schwere Unfälle auch an der Tagesordnung stehen, der Tod am Fußballplatz ist tragisch, aber selten: "Von 100.000
Sportlern trifft es einen, dessen
Herz am Fußballplatz plötzlich
stehen bleibt", sagt Gäbler. Dass
jetzt in Österreich gleich zwei
Todesfälle auftraten (am Samstag verstarb
in Niederösterreich ein weiterer
Hobby-Fußballer am Platz) gilt
auch deshalb als tragischer Zufall, "weil in 80 bis 90 Prozent der
Fällen eine Herzanomalie Schuld
ist, die man durch eine sportärztliche Untersuchung feststellen
kann", fügt Gäbler hinzu. Kritischer wird es, wenn Erkrankungen wie zum Beispiel eine Grippe
übergangen würden. "Da kann es
ein halbes Jahr dauern, bis der
Betreffende wieder Sport treiben
darf", sagt Gäbler.











