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Zuletzt aktualisiert: 28.10.2008 um 05:00 UhrKommentare

Der Sportplatz als Risikozone

Mehr als drei Viertel aller Unfälle passieren dann, wenn wir am wenigsten mit ihnen rechnen: in der Freizeit. Während Sport-Profis schweren Verletzungen durch Körperbau und Training vorbeugen können, sind vor allem Freizeitsportler massiv gefährdet.

Von wegen Erholung: Fast drei Viertel aller im Vorjahr in Österreich registrierten Unfälle passierten in der Freizeit, 1661 Menschen ließen dabei ihr Leben. Erfasst wurden dabei nicht nur Unfälle, auf der Straße, sondern im Eigenheim und bei Freizeitaktivitäten. Während die Mehrzahl der Unfälle bei Stürzen in den eigenen vier Wänden passiert, gehören vor allem Sportler zu den Risikogruppen.

Gefahren-Sportarten. Besonders gefährdet: Schifahrer, Fußballer und Radfahrer. Gleich 47 Prozent aller Sportunfälle entfallen auf diese drei Sportarten. Während bei Sportprofis die Häufigkeit der schweren Verletzungen durch Training, Muskelmasse und deutlich bessere Bewegungskoordination vermindert werden kann, stehen schwere Unfälle im Amateurbereich praktisch an der Tagesordnung: "Im Prinzip kann man von einer Pyramide sprechen ­ das Verletzungsrisiko steigt, je weiter man im Sport von der Spitze an die Basis geht", sagt der Kärntner Christian Gäbler, Sportchirurg und Chefarzt bei der Fußball-Europameisterschaft 2008. Vor allem im Fußball sind es drei klassische Verletzungen, die schon so manche hoffnungsvolle Hobbykicker-Karriere beendet haben: Schien- und Wadenbeinbrüche, Bänderverletzungen im Knie und Sprunggelenk, sowie Verletzungen im Gesichtsbereich. Mehr als 31.000 Fußballer mussten sich im vergangenen Jahr nach Verlet zungen in Österreich behandeln lassen.

Seltene Todesfälle. Wenn schwere Unfälle auch an der Tagesordnung stehen, der Tod am Fußballplatz ist tragisch, aber selten: "Von 100.000 Sportlern trifft es einen, dessen Herz am Fußballplatz plötzlich stehen bleibt", sagt Gäbler. Dass jetzt in Österreich gleich zwei Todesfälle ­auftraten (am Samstag verstarb in Niederösterreich ein weiterer Hobby-Fußballer am Platz) ­ gilt auch deshalb als tragischer Zufall, "weil in 80 bis 90 Prozent der Fällen eine Herzanomalie Schuld ist, die man durch eine sportärztliche Untersuchung feststellen kann", fügt Gäbler hinzu. Kritischer wird es, wenn Erkrankungen wie zum Beispiel eine Grippe übergangen würden. "Da kann es ein halbes Jahr dauern, bis der Betreffende wieder Sport treiben darf", sagt Gäbler.


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