Familiendrama in Linz: Verfahren gegen Mutter eingestellt
Jene Frau aus Linz, die ihre drei Töchter jahrelang von der Außenwelt abgeschottet hat, ist wieder auf freiem Fuß.
Das Verfahren gegen eine 54 Jahre alte
Oberösterreicherin, die ihre drei Töchter - heute 16, 19 und 22 -
jahrelang von der Außenwelt abgeschottet haben soll, ist eingestellt
worden, die Frau auf freiem Fuß. Das berichtet die "Kärntner
Tageszeitung" in ihrer Sonntag-Ausgabe. Die Frau war im November des
vergangenen Jahres zu einer Einweisung in eine Anstalt für geistig
abnorme Rechtsbrecher verurteilt worden, im Mai hatte der Oberste
Gerichtshof das Urteil aufgehoben. Nun brachte ein Gutachten ihr die
Freiheit.
Rückzug.
Nach der Scheidung von ihrem Mann - einem oberösterreichischen
Richter - Ende der 90er Jahre hatte sich die Frau mit ihren drei
Töchtern in ihr Haus im Bezirk Urfahr-Umgebung zurück. Die Mädchen
blieben immer öfter dem Schulunterricht fern, der Haushalt wurde
zusehends als verwahrlost beschrieben, im Oktober 2005 entzog die
Bezirkshauptmannschaft der Mutter die Mädchen. "Ich fühle mich nicht
geisteskrank", meinte die Oberösterreicherin, obwohl mehrere Ärzte
sie für paranoid schizophren halten.
Töchter hatten nie ausgesagt.
Der OGH hatte kritisiert, dass die älteren beiden Töchter im
Klagenfurter Verfahren nie ausgesagt hatten. Helmut Blum, der
Verteidiger der Oberösterreicherin, sprach von "gravierenden
Versäumnissen der Behörden". Seiner Ansicht nach seien
"Unterbringungsvoraussetzungen" nicht gegeben, meinte Blum im
Frühjahr - und kam damit durch.
Keine Einweisung.
Die Anklagebehörde hat ihren Antrag auf die Einweisung der Frau in
eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher laut "Kärntner
Tageszeitung" am Donnerstag zurückgezogen. Die dreifache Mutter habe,
laut ihrem Anwalt, auf diese Nachricht "sehr erfreut reagiert". Jetzt
müsse sie zurück in die Normalität finden. Derzeit lebt sie noch in
der Wagner-Jauregg-Nervenklinik. Blum, der gleichzeitig auch ihr
Sachwalter ist, sucht bereits nach einer Alternativunterkunft und
überlegt einen Antrag auf Aufhebung der Sachwalterschaft zu stellen.
Keine Gefahr mehr.
Basis für diese Entscheidung war ein Gutachten des
Gerichtspsychiaters Reinhard Haller. Dieser stellte fest, dass von
der Frau keine Gefahr mehr ausgehe. Ihr Anwalt hatte stets betont,
dass es keine Wiederholungsgefahr gebe, da die Juristin kein
Sorgerecht für ihre Töchter mehr habe und es auch nie mehr bekommen
werde. Die Frau war im März 2006 verhaftet und in einer
psychiatrischen Klinik untergebracht worden, nun ist sie wieder in
Freiheit.
Features
Fakten
Die Juristin war im Frühjahr 2006 verhaftet worden, weil sie ihre Kinder über Jahre hinweg von dem Umwelt abgeschottet und vernachlässigt haben soll. Die Mutter war zuletzt in einer Nervenklinik untergebracht.










