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Zuletzt aktualisiert: 25.10.2008 um 21:15 UhrKommentare

Ehemaliger Chef-Sängerknabe Walter Tautschnig gestorben

Er verstarb im Alter von 91 Jahren. Tautschnig hatte die Leitung des Wiener Chors von 1955 bis 1983 inne.

Der ehemalige Direktor der Wiener Sängerknaben, Walter Tautschnig senior, ist am Samstag in Alter von 91 Jahren in der Bundeshauptstadt verstorben. Das teilte das Büro des Knabenchors in einer Aussendung mit. Tautschnig war vor einigen Tagen in der U-Bahn gestürzt und hatte sich von den dabei erlittenen Kopfverletzungen nicht mehr erholt, hieß es.

Ehrenpräsident. Tautschnig war von 1955 bis 1983 Direktor des Knabenchors gewesen und hatte durch eine Ausweitung der Tourneen die wirtschaftliche und künstlerische Unabhängigkeit des Vereins gesichert, dessen Ehrenpräsident er bis zuletzt war.

Villacher. Geboren wurde Tautschnig am 14. Jänner 1917 in Villach. Nach vier Jahren an der dortigen Volksschule begann bereits seine Verbindung zu dem Chor in der Hauptstadt, als er selbst für vier Jahre zum Sängerknaben wurde. Im Anschluss kehrte er nach Villach zurück, wo er 1935 maturierte. Für sein Studium der Rechtswissenschaften zog es ihn aber wieder in die Bundeshauptstadt. Parallel dazu engagierte er sich wieder bei den Sängerknaben, diesmal jedoch als Erzieher und Reisebegleiter.

Beamtenlaufbahn. Nach Abschluss seiner Universitätsausbildung arbeitete Tautschnig zunächst als Beamter in Klagenfurt. Während des Zweiten Weltkriegs war er als Sanitäter in München tätig. Anschließend wurde der Jurist Abteilungsleiter im Amt der Kärntner Landesregierung und Vorsitzender der Grundverkehrslandeskommission für Kärnten.

Statuten. Nebenberuflich war er als Berater des damaligen Leiters der Wiener Sängerknaben, Joseph Schnitt, tätig. Dieser hatte 1924 die Institution wieder ins Leben gerufen, nachdem diese 1918 aufgelöst worden war. Gemeinsam mit Schnitt erarbeitete Tautschnig Anfang der 1950er die Statuten für die Sängerknaben.

Leistungen. Nach dem Tod des Kollegen übernahm Tautschnig als Direktor selbst die Leitung des Knabenchors. Tautschnig erhielt mehrere Auszeichnungen, darunter 1962 das deutsche Verdienstkreuz I. Klasse und 1976 das Große Silberne Ehrenzeichen der Republik Österreich. Neben der Durchführung zahlreicher Tourneen erwirkte Tautschnig in seiner Amtszeit unter anderem auch die Errichtung eines Schul- und Internatsgebäudes in Wien sowie zweier Wohnhäuser für ehemalige Sängerknaben und eines Erholungszentrums am Wörthersee. Als Hobby führte Tautschnig bei den auf den Sängerknaben-Tourneen aufgeführten kleinen Spielopern Regie.


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