Gabriel macht kleine Schritte zurück ins Leben
Nach Ertrinkungsunfall hat der Bub (3) den ersten Therapie-Abschnitt absolviert. Gestern kehrte er aus Bayern nach Oberkärnten zurück. Heute gibt's für ihn ein Benefizkonzert in Spittal.
Am Vormittag des 21. April dieses Jahres hing das Leben des dreijährigen Gabriel an einem seidenen Faden: Der Bub war mit seinem Lavanttaler Großvater zu einem Bekannten mitgefahren, lief auf dessen Anwesen umher. Während die Männer Brennholz verluden, stürzte das Kind in einen Fischteich (wir berichteten).
Dramatisch. Lange, viel zu lange Zeit verging, bis der leblose Körper des Kleinen im Wasser entdeckt wurde. Bergung, Notarzt, Flugrettung, Einlieferung ins Elki am LKH Klagenfurt, zwei Monate Intensivstation. Elki-Oberarzt Martin Edlinger und seinem Team betreute den kleinen Patienten aufopfernd. Das junge Leben konnte dem Tod entrissen werden.
Schäden. Geblieben sind schwere Schäden durch den langen Sauerstoffmangel. Umherlaufen, Spielen, nach Dingen greifen, Trinken, Essen, Plappern, neue Worte lernen, Zusammenhänge erkennen - alles, was, ein munteres kleines Kind ausmacht, ist bei Gabriel ausradiert, muss mühsam von Neuem erlernt werden. Er kann nicht gehen, sitzen ist nur mit einem speziellen Gerät möglich. Seine Nahrung muss breiig sein, da das Schlucken nicht mehr richtig funktioniert.
Reha in Bayern. Jetzt hat der Bub in einem Rehabilitationszentrum in Bayern seinen ersten Therapie-Abschnitt absolviert und macht kleine Schritte zurück ins Leben. "Seine Bewegungsfähigkeit hat sich sehr verbessert, Gabriel hat auch beim Essen und Schlucken Fortschritte gemacht.", erzählt sein Oberkärntner Vater, Paul Laggner (20) aus Seeboden. "Gabriel war nun viereinhalb Monate - seit 12. Juni - in der Spezialklinik in Bayern, zu der uns Martin Edlinger geraten hat", so Laggner. Gemeinsam mit seiner Mutter, der Gastwirtin Ulli Laggner, hat der junge Vater seinen Buben gestern aus Bayern heimgeholt.
Lebhaft. Fröhlich und lebhaft sei der Kleine, freut sich Laggner: "Jetzt bleibt er bei uns, bis am 24. November die nächste Therapie beginnt: In einem Zentrum in Tschechien, das auf motorische Rehabilitation spezialisiert ist."
Hilfsbereitschaft. Die Therapie in Bayern sei von der Krankenkasse bezahlt worden, so Laggner, für jene in Tschechien müsse die Familie privat aufkommen. Mit enormer Hilfsbereitschaft stehen Verwandte, Freunde, Bekannte, Vereine, Firmen im Raum Spittal - Millstätter See der Familie zur Seite - finanziell und menschlich. Paul Laggner und seiner Familie ist es ein Bedürfnis, sich "bei allen, die uns geholfen haben und helfen, von ganzem Herzen zu bedanken!"
Benefiz-Konzert. Samstagabend, um 19.30 Uhr, stellt sich der Rotary Club in den Dienst der guten Sache: Mit einem Benefizkonzert in der Stadtpfarrkirche Spittal.
Features
Spitzenchöre.
Die Rotary Clubs Spittal und Belluno veranstalten heute um 19.30 Uhr in der Stadtpfarrkirche Spittal ein Benefizkonzert mit den zwei Spitzenchören Coro Cai Belluno und Carinthia Chor Millstatt. Der Reinerlös kommt Gabriels aufwändiger Behandlung zugute. Karten. Spittaler Tourismusbüro, Rotary-Mitglieder, Abendkassa.










