Wenn Schule zum Albtraum wird
Mobbing unter Schülern wird immer rücksichtsloser. Experten raten, sich rasch professionelle Hilfe von außen zu holen.

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Beate ist eine durchschnittliche Schülerin, die bei der jüngsten Mathematik-Schularbeit eine Eins geschrieben hat, während sich Maria, eigentlich der Mathe-Star, mit einem Genügend abfinden muss. Das stellt für Maria ein großes Problem dar, weil sie und vor allem ihre Eltern sehr leistungsorientiert sind. Beates Freude über den Erfolg währt nicht lange. Schon ein paar Tage später fehlen Hefte aus ihrer Schultasche, wird hinter ihrem Rücken getuschelt, einige Klassenkameraden schließen sie aus. Als sie sich an ihre Eltern und später an den Klassenvorstand wendet, glauben ihr diese nicht recht. Beate reagiert mit Rückzug und Verzweiflung - und als sie sich wiederholt weigert, morgens aufzustehen und in die Schule zu gehen, bitten ihre Eltern einen Psychologen um Hilfe.
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Lüge & Täuschung.
"Mobbing in den Schulen hat zahlenmäßig nicht wirklich zugenommen, aber der Verlauf hat sich merkbar verändert. Es ist rücksichtsloser geworden", sagt Kurt Kurnig, Psychologe und Psychotherapeut bei der Arbeitsvereinigung der Sozialhilfe Kärnten (AVS). " Es ist wichtig zu wissen, dass Mobbing überwiegend verdeckt auftritt und nie ein offener Konflikt ist", erklärt Kurnig. Mobbing hat etwas mit Hinterhältigkeit, Intrige, Lüge und Täuschung zu tun.
Unterwürfigkeit.
Menschen, die emotional ohnehin labil sind, zu Abhängigkeit und Unterwürfigkeit neigen und nur über eine geringe Konfliktfähigkeit verfügen, sind besonders gefährdet, Opfer von Mobbing zu werden. "Typisch ist, dass den Opfern nach wie vor zu selten geglaubt wird", weiß Kurnig. Genau hier muss man ansetzen, wenn man diesen Menschen wirkungsvoll helfen will: Man muss ihnen zuerst einmal Glauben schenken. "Ist der Mobbingprozess bereits verfestigt, ist es entscheidend, fallweise externe Helfer einzuschalten. Es reicht dann meist nicht mehr aus, wenn betroffene Schüler oder deren Eltern den Klassenvorstand oder Direktor kontaktieren", sagt Kurnig.
Schulmediation.
Sinnvoll helfende Einrichtungen, sind z. B. Schulpsychologen, die Kinder- und Jugendanwaltschaft oder die Stelle für Schulmediation. Dort sitzen Profis, die sich ein Klassen-Klima differenziert und distanziert anschauen und Prozessbegleiter bei der Lösung sein können.
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Mobbing
Mobbing steht im engeren Sinn für Psychoterror am Arbeitsplatz beziehungs-
weise in der Schule mit dem Ziel, den Betroffenen hinauszuekeln. Im weiteren Sinn bedeutet Mobbing zum Beispiel, einen Kollegen ständig zu schikanieren, zu quälen und zu verletzen.
Hilfe
Hilfe erhalten Betroffene bei folgenden Institutionen: Koordinationsstelle für Schulmediation beim Landesschulrat (Tel. 0 46 3/ 58 12-501), Kinder- und Jugendanwaltschaft (Tel. 050-536-313 55), Schulpsychologischer Dienst in Klagenfurt (Tel. 0 46 3/ 566 59).










