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Zuletzt aktualisiert: 22.10.2008 um 20:53 UhrKommentare

Auch der Fallschirm rettete sie nicht mehr

Zwei Familienväter aus Deutschland kamen beim Absturz eines Leichtflugzeuges auf das Gebäude der Cobra um: Im Nebel hatte der Pilot die Landebahn verfehlt.

Cobra-Zentrale bei Wiener Neustadt.

Foto © APACobra-Zentrale bei Wiener Neustadt.

Dichter Nebel und Probleme mit der Orientierung führten Dienstagabend zu dem Absturz des Leichtflugzeuges auf das Gebäude der Polizei-Spezialeinheit Cobra in Wiener Neustadt. Der 41-jährige Pilot aus Deutschland hatte kurz vor dem Unglück noch versucht, sich und den zweiten 56-jährigen Insassen, der ebenfalls Deutscher ist, mit einem Fallschirm zu retten. Der Versuch kam zu spät, denn das Flugzeug flog bereits zu tief. Die Maschine vom Typ Corvus Phantom krachte auf das Dach des Cobra-Gebäudes und ging in Flammen auf. Stundenlang konnten die Einsatzkräfte nicht zum Wrack vordringen. Als das Feuer gelöscht war, wurden die verkohlten Leichen gefunden. Der Fallschirm ging neben dem Gebäude nieder.

Identität geklärt. Die Verunglückten lebten im Raum Nürnberg und konnten anhand persönlicher Gegenstände zweifelsfrei identifiziert werden, sagte Oberst Ernst Schuch vom Landeskriminalamt Niederösterreich. Beide hinterlassen eine Familie; Angehörige beschrieben sie als erfahrene Piloten.

Das Ziel war Ungarn. Die beiden Männer waren in Haßfurth (Bayern) gestartet und wollten nach Ungarn fliegen. Geplant war, eine zweite Maschine zurück nach Bayern zu überstellen. Doch in Ungarn kamen die beiden nie an. Am Nachmittag war die einmotorige Maschine, als sie die deutsch-österreichische Grenze überflog, vom Radar erfasst worden. 15 Minuten vor dem Absturz verließ sie den Radarbereich wieder - im Nebel hatte der Pilot offenbar die Orientierung verloren und suchte den Landeplatz in Wiener Neustadt. Zeugen sahen, wie das Flugzeug mehrere Kreise zog.

Dachbeleuchtung. In der unmittelbaren Nachbarschaft des Wiener Neustädter Flugplatzes steht das Gebäude der Cobra. Die Ermittler der Polizei und der Flugunfallkommission schlossen nicht aus, dass der Pilot die Dachbeleuchtung des Cobra-Gebäudes mit der Landebahn verwechselt haben könnte. Um 17.40 Uhr stürzte die Maschine auf das Dach. Von den Beamten der Cobra wurde niemand verletzt, im ersten Moment, berichtete Oberst Walter Weninger, glaubte man gar an eine Übung.

HANNES GAISCH

Wiener Neustadt Ost

In unmittelbarer Nachbarschaft der Zentrale des Einsatz-
kommandos Cobra
liegt der Flugplatz Wiener Neustadt Ost. Er dient vor allem als Start- und Landeplatz für Privat- und Sportpiloten sowie Hubschrauber. Zahlreiche private Flugvereine sind hier beheimatet, ebenso wie ÖAMTC-Hubschrauber.

Foto

Foto © APA

Bild vergrößernDie AbsturzstelleFoto © APA

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