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Zuletzt aktualisiert: 13.10.2008 um 20:08 UhrKommentare

Eine Pilgerreise durch das "Gotteshaus der Natur"

Von sieben Ausgangspunkten pilgerten Menschen nach Gurk zum Grab der Heiligen Hemma. Die einzigartige Sternwallfahrt endete gestern im Dom.

Pilger sind unkomplizierte Gäste. Aber es werden immer mehr. Und sie sind hungrig und durstig", sagt der Mesnerwirt in Diex, Michael Polessnig. Bei ihm kehrte eine Gruppe von Pilgern ein, die am 7. Oktober im slowenischen Crna aufgebrochen ist, um entlang des Hemma-Pilgerweges über 190 Kilometer nach Gurk zu pilgern.

Unter den müden, aber glücklichen Wanderern war Jochen Dietrich aus Klosterneuburg. Der 62-Jährige war restlos begeistert. "Ich habe diesen Pilgerweg als Training für den Jakobsweg geplant. Aber jetzt bin ich total fertig von der Schönheit Sloweniens und Kärntens. Es sind tolle Blickpunkte, die der Pilgerweg erschließt. Ich komme im Frühjahr wieder." Der Klosterneuburger bedauerte, bisher zu selten in Kärnten gewesen zu sein: "Ich habe viel versäumt, dieses slowenisch-kärntnerische Grenzgebiet ist zum Weinen schön."

Begeisterung. Nach den Tagen des Pilgerns war auch die Begeisterung der Klagenfurterin Friderike Schoby (57) ungebrochen. Der Begleiter der Gruppe, Erwin Joham aus Frauenstein, sagte, was die Körpersprache aller Beteiligten ausdrückte. "Nach vier Tagen des Pilgerns spürst du plötzlich Muskeln, die noch nie da waren."

Menschliche Begegnungen. Natürlich besuchten die Pilger Kirchen entlang ihres Weges. Auch menschliche Begegnungen prägten. "In den Landgasthöfen triffst du die urigsten Typen. Die Bauern geben frischen Obstsaft und Früchte. So mancher kommt da zu einem ganzen Obsttag", lachte Ulrike Mertel (49) aus Klagenfurt. Die Mutter zweier erwachsener Söhne ging aus Begeisterung mit. Am Ziel angekommen, gestand sie: "Ich kenne Kärnten eigentlich gar nicht." Denn die Pilgerwege führten in unberührte Landschaften.

Andacht. Am Sonntag trafen sich alle Sternwallfahrer um 17 Uhr zu einer Andacht im Gurker Dom, die diesmal erstmals Stiftspfarrer Gerhard Kalidz für die Pilger hielt. Der Gottesdienst stand aber auch im Gedenken an den verstorbenen Landeshauptmann Jörg Haider. Der Hauptaltar war nicht wie üblich erleuchtet, die Orgel schwieg. Kalidz sprach von einer "menschlichen Tragödie".

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