"Konse" schlägt neue Tonart an
Das Konservatorium möchte sich stärker nach vorne spielen, um endlich Hochschul-Status zu erlangen. Zum Beispiel mit einem Jazz-Club und der engen Kooperation mit der Universität.

Foto © APAVorallem Jazz erfreut sich immer größerer Beliebtheit
Kärntens höchste Bildungseinrichtung für Musik und Schauspiel klingt gut, Hochschule klingt besser. Deshalb arbeitet Direktor Roland Streiner daran, auf das Landeskonservatorium - bei Studenten und Lehrern besser als "Konse" bekannt - stärker aufmerksam zu machen. "Eine Privat-Uni, ähnlich wie in Linz oder Wien, wäre der beste Weg", glaubt Streiner. "Das Land müsste sich aber endlich zu solch einem Schritt bekennen."
Internationalität. Streiner, seit sieben Jahren Leiter des Hauses, ist stolz auf die vielen internationalen Karrieren, die das "Konse" ermöglicht hat. "Außerdem steht jede zweite Musikproduktion in Kärnten, ob fürs Stadttheater, KSO oder für andere Ensembles im Zusammenhang mit uns." Nach außen hin bleibt das Konservatorium aber zu sehr im Hintergrund, ist es "zu wenig exklusiv" meint Streiner.
Kooperation mit Uni. Lautere Töne müssen also angeschlagen werden? Mit dem neuen Studium "Angewandte Musikwissenschaften", das voriges Wintersemester mit 40 Anmeldungen begonnen hat, wurde die enge Kooperation mit der Universität Klagenfurt gefunden. Bisher gibt es wieder 20 neue Musikwissenschafts-Studierende. Streiner: "Der richtige Weg für uns, universitär zu werden."
Jazz lebt auf. An Zustrom kann sich das "Konse" nicht beklagen: Rund 900 Studenten aus derzeit 17 Ländern holen sich in Klagenfurt die musikalische Berufserfahrung bei 75 Professoren und Künstlern. Wobei der Jazz-Abteilung regelrecht die Tür eingerannt wird: "Diese Abteilung konnte heuer erstmals keine neuen Studenten aufnehmen", sagt Streiner. Erfreulich für die Jazzer: Am 11. Oktober wird in Klagenfurt der Jazz-Club des Konservatoriums eröffnet (siehe rechts).
Viel Praxis. Doch auch für andere Sparten mussten die Eingangsprüfungen verschärft werden - das Haus am Ring klagt unter Platznot. Ein Grund für die Liebe zum "Konse" ist der eindeutige Praxisbezug. Streiner: "Eine Bachelor- und Mastergraduierung ist nicht unbedingt notwendig."
Features
Berühmt
Viele Konse-Absolventen wurden international bekannt: Neben Persönlichkeiten wie Udo Jürgens, Gert Jonke und Wolfgang Puschnig zum Beispiel: Walter Auer (Flötist, Wiener Philharmoniker), Franziska Kober (Kontrabassistin, Berliner Staatsorchester) und Knut Weber (Cellist, Berliner Philharmoniker).











