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Zuletzt aktualisiert: 04.10.2008 um 16:48 Uhr

Datenskandal bei Deutscher Telekom: Politiker und Promis betroffen

17 Millionen Mobilfunk-Datensätze wurden im Jahr 2006 entwendet, darunter Privatnummern von Prominenten und Spitzenpolitikern.

Berühmtes Opfer: Günther Jauch

Foto © APBerühmtes Opfer: Günther Jauch

Die Deutsche Telekom ist von einem neuen Datenskandal mit immensen Ausmaßen betroffen. Das Unternehmen bestätigte am Samstag einen Bericht des Hamburger Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" über den Diebstahl von 17 Millionen Mobilfunk-Datensätzen von Kunden. Die Daten sind den Angaben zufolge bereits im Jahr 2006 entwendet worden, die Telekom habe unmittelbar danach die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. In deren Ermittlungen wurde laut "Spiegel" auch das deutsche Bundeskriminalamt einbezogen.

Wirtschaft. Konzernsprecherin Marion Kessing bestätigte der AP auf Anfrage, dass das Unternehmen nach Bekanntwerden der "Spiegel"-Recherchen in der zu Ende gehenden Woche auch das Innenministerium eingeschaltet hat. Eine Sprecherin des Ministeriums teilte auf Anfrage mit, dass dieses daraufhin das Bundeskriminalamt beauftragt hat, Gefährdungsanalysen für von dem Datendiebstahl betroffene Politiker und Wirtschaftsführer zu erstellen.

Daten. Die Telekom-Sprecherin betonte jedoch, es gebe keine Hinweise darauf, dass die Datensätze 2006 oder danach tatsächlich zum Nachteil der Kunden genutzt worden seien. Die gestohlenen Daten umfassten demnach Name, Anschrift und Mobilfunknummer der betroffenen Kunden, zum Teil auch Geburtsdaten und in einigen Fällen die E-Mail-Adresse. Dagegen seien keine Bankverbindungen, Kreditkartennummern oder Verbindungsdaten enthalten.

Ermittlungen. Laut "Spiegel" wurden die über 17 Millionen Kundenstammdaten der Mobilfunksparte T-Mobile entwendet. Die dem Nachrichtenmagazin vorliegenden Datensätze seien bereits im Internet in kriminellen Kreisen angeboten worden. Die in dem Fall ermittelnde Bonner Staatsanwaltschaft habe diverse Daten bei Hausdurchsuchungen beschlagnahmt. Bisher habe ein Täter ermittelt werden können. Auch die Telekom bestätigte, dass die Strafverfolgungsbehörden bereits Datenträger sichergestellt haben.

Promis und Politiker. In den Daten finden sich der Vorausmeldung zufolge nicht nur viele Prominente aus Kultur und Gesellschaft wie Günther Jauch oder Hape Kerkeling. Sie enthielten "auch eine erstaunliche Anzahl geheimer Nummern und Privatadressen von bekannten Politikern, Ministern, Ex-Bundespräsidenten, Wirtschaftsführern, Milliardären und Glaubensvertretern". Für diese könnte eine Verbreitung ihrer Kontaktdaten in kriminellen Kreisen eine Sicherheitsbedrohung darstellen.

Sicherheitsvorkehrung. Mit Rücksicht auf Daten- und Persönlichkeitsschutz wollte sich die Telekom-Sprecherin zu den Betroffenen nicht näher äußern. T-Mobile-Geschäftsführer Philipp Humm versicherte aber in einer Presseerklärung, dass das Unternehmen nach Bekanntwerden des Datendiebstahls die Sicherheitsvorkehrungen deutlich erhöht habe.


Fakten

Die Daten enthielten eine "erstaunliche Anzahl geheimer Nummern und Privatadressen von bekannten Politikern, Ministern, Ex-Bundespräsidenten, Wirtschaftsführern, Milliardären und Glaubensvertretern".

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Auch betroffen: Hape KerkelingFoto © AP

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Die Telekom stellt eine Serviceline zum Datenskandal zur Verfügung: 0800 330 034505

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