Datenskandal bei Deutscher Telekom: Politiker und Promis betroffen
17 Millionen Mobilfunk-Datensätze wurden im Jahr 2006 entwendet, darunter Privatnummern von Prominenten und Spitzenpolitikern.

Foto © APBerühmtes Opfer: Günther Jauch
Die Deutsche Telekom ist von einem neuen
Datenskandal mit immensen Ausmaßen betroffen. Das Unternehmen
bestätigte am Samstag einen Bericht des Hamburger Nachrichtenmagazins
"Der Spiegel" über den Diebstahl von 17 Millionen
Mobilfunk-Datensätzen von Kunden. Die Daten sind den Angaben zufolge
bereits im Jahr 2006 entwendet worden, die Telekom habe unmittelbar
danach die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. In deren Ermittlungen
wurde laut "Spiegel" auch das deutsche Bundeskriminalamt einbezogen.
Wirtschaft.
Konzernsprecherin Marion Kessing bestätigte der AP auf Anfrage,
dass das Unternehmen nach Bekanntwerden der "Spiegel"-Recherchen in
der zu Ende gehenden Woche auch das Innenministerium eingeschaltet
hat. Eine Sprecherin des Ministeriums teilte auf Anfrage mit, dass
dieses daraufhin das Bundeskriminalamt beauftragt hat,
Gefährdungsanalysen für von dem Datendiebstahl betroffene Politiker
und Wirtschaftsführer zu erstellen.
Daten.
Die Telekom-Sprecherin betonte jedoch, es gebe keine Hinweise
darauf, dass die Datensätze 2006 oder danach tatsächlich zum Nachteil
der Kunden genutzt worden seien. Die gestohlenen Daten umfassten
demnach Name, Anschrift und Mobilfunknummer der betroffenen Kunden,
zum Teil auch Geburtsdaten und in einigen Fällen die E-Mail-Adresse.
Dagegen seien keine Bankverbindungen, Kreditkartennummern oder
Verbindungsdaten enthalten.
Ermittlungen.
Laut "Spiegel" wurden die über 17 Millionen Kundenstammdaten der
Mobilfunksparte T-Mobile entwendet. Die dem Nachrichtenmagazin
vorliegenden Datensätze seien bereits im Internet in kriminellen
Kreisen angeboten worden. Die in dem Fall ermittelnde Bonner
Staatsanwaltschaft habe diverse Daten bei Hausdurchsuchungen
beschlagnahmt. Bisher habe ein Täter ermittelt werden können. Auch
die Telekom bestätigte, dass die Strafverfolgungsbehörden bereits
Datenträger sichergestellt haben.
Promis und Politiker.
In den Daten finden sich der Vorausmeldung zufolge nicht nur viele
Prominente aus Kultur und Gesellschaft wie Günther Jauch oder Hape Kerkeling. Sie enthielten "auch eine erstaunliche Anzahl geheimer Nummern und Privatadressen von bekannten
Politikern, Ministern, Ex-Bundespräsidenten, Wirtschaftsführern,
Milliardären und Glaubensvertretern". Für diese könnte eine
Verbreitung ihrer Kontaktdaten in kriminellen Kreisen eine
Sicherheitsbedrohung darstellen.
Sicherheitsvorkehrung.
Mit Rücksicht auf Daten- und Persönlichkeitsschutz wollte sich die
Telekom-Sprecherin zu den Betroffenen nicht näher äußern.
T-Mobile-Geschäftsführer Philipp Humm versicherte aber in einer
Presseerklärung, dass das Unternehmen nach Bekanntwerden des
Datendiebstahls die Sicherheitsvorkehrungen deutlich erhöht habe.
Features
Fakten
Die Daten enthielten eine "erstaunliche Anzahl geheimer Nummern und Privatadressen von bekannten Politikern, Ministern, Ex-Bundespräsidenten, Wirtschaftsführern, Milliardären und Glaubensvertretern".
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Auch betroffen: Hape KerkelingFoto © AP
Hotline
Die Telekom stellt eine Serviceline zum Datenskandal zur Verfügung: 0800 330 034505








