Ein steiles Duo
Die Bergbauern Bernhard und Arnulf Fleißner aus Greifenburg entwickelten bereits die zweite Maschine für die Arbeit im steilen Gelände.
Idyllisch liegt der Hof von Familie Fleißner auf 1000 Meter Seehöhe in Emberg oberhalb von Greifenburg. Die Bewirtschaftung der sieben Hektar Wiesen ist aber beschwerlich und gefährlich. Steigungen von 40 bis zu 100 Prozent verlangten den Landwirten Arnulf (83) und Bernhard (59) alles ab. Nur mit Steigeisen an den Schuhen war der Motormäher zu kontrollieren.
Ausgetüftelt. "Wir haben aus der Not eine Tugend gemacht und an einem Steilhangfahrzeug getüftelt und schließlich in der eigenen Werkstatt gebaut", erzählt der Altbauer. Seit zwölf Jahren mähte man das Gras mit dem eigenen Steilhangfahrzeug. Die neueste Errungenschaft der beiden Hobby-Ingenieure ist eine Maschine, mit der man das Silogras oder Heu auch im steilsten Gelände zu den Querwegen schieben kann, wo dann ein Traktor wartet. "Ab 55, 60 Prozent ist bei den Maschinen, die es auf dem Markt gibt, Schluss. Deshalb haben wir uns im November 2007 an die Entwicklung eines solchen Prototyps gemacht", blickt Hausherr Bernhard zurück.
Fernstudium. Die Schiebemaschine hat sich im ersten Einsatzjahr bestens bewährt. Das nötige Know-how für die Entwicklung und Raffinessen hatte sich Altbauer Fleißner noch während der Kriegszeit mittels Fernstudium angeeignet. Die patentierte Antriebsgarnitur stammt von einer Firma in Rangersdorf. "Diese könnte die Schiebemaschine auch am ehesten nachbauen", glaubt Bernhard Fleißner, dem das Tüfteln in die Wiege gelegt wurde.
Dritte Generation. Dass Georg (19), Landwirt in dritter Generation, ebenfalls in ihre Fußstapfen steigen wird, darauf hoffen jetzt Vater und Großvater. "Zeit wird's, denn wir werden uns entwicklungstechnisch zur Ruhe setzen", verrät das kreative Duo. Langweilig wird es am Fleißner-Hof über die Wintermonate trotzdem nicht werden. Aufarbeiten ist angesagt. "Durch die Tüfteleien mit 473 Arbeitsstunden ist vieles auf der Strecke geblieben. Maschinen müssen repariert werden und auch die Waldarbeit erledigt sich nicht von selbst", sagt Bernhard Fleißner. Zudem ist die Familie sehr gläubig und in der Glaubensverbreitung in der Kirche St. Katharina aktiv. Und am einen oder anderen Abend steht ein zünftiger "Tarockierer" auf dem Programm.










