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    Zuletzt aktualisiert: 30.09.2008 um 05:00 UhrKommentare

    Überalterung führt zu Mediziner-Mangel

    Weil das Durchschnittsalter Kärntner Ärzte so hoch ist, gehen viele in den nächsten Jahren in Pension. Woher ihre Nachfolger kommen sollen, ist völlig offen.

    Kärntens Ärztekammer-Präsident Othmar Haas schlägt Alarm! "Innerhalb der nächsten zehn bis fünfzehn Jahre wird es zu massiven Abgängen bei den Ärzten kommen, ohne dass junge Kolleginnen und Kollegen in ausreichender Zahl nachrücken. Als Folge kann durchaus mit einem personellen Kollaps gerechnet werden."

    Überalterung. Die drohende Misere lässt sich in Zahlen ausdrücken. So waren am Stichtag 1. Jänner 2008 die Allgemeinmediziner in Kärnten durchschnittlich 54,2 Jahre alt. Bei den Fachärzten war das Alter sogar noch höher, bei 55 Jahren, und in den Krankenhäusern lag der Wert nur unwesentlich darunter. Haas will das natürlich nicht als Kritik an den Ärzten verstanden wissen, "aber wir müssen diese Alterungsbewegung im Auge behalten". So sei erwiesen, dass die Leistungsfähigkeit mit 50 Jahren nachlässt, besonders was die Kräfte raubenden Nachtdienste angeht. "Die Belastung ist überall spürbar. Die Erholungsphasen werden immer länger, die Kolleginnen und Kollegen schlafen nicht mehr so rasch ein."

    Innere Resignation. Haas zufolge flüchten viele betroffene Mediziner in die "innere Resignation". Der eine oder die andere suchen ihr Heil in der Freiheit einer niedergelassenen Praxis. "Auf diese Weise geht viel Geld verloren, das in die Ausbildung der Fachärzte gesteckt worden ist", moniert Haas. Auffällig sei, dass eine Personalplanung für die Spitäler fehlt. "Es dauert 18 Jahre, bis ein Facharzt vollwertig ersetzt werden kann. Entsprechend früh muss man die nötigen Maßnahmen treffen." Das ist umso nötiger, da viele Jungmediziner, die nicht so lange warten wollen, ins Ausland gehen (s. Interview).

    Vorschläge. Haas hat klare Vorschläge, wie man den Personalkollaps verhindern kann: "Erstens muss man die älteren Ärzte in den Spitälern entlasten und den Entgang finanziell kompensieren. Zweitens brauchen wir eine exakte Planung des Leistungsangebots: Wer macht was mit welchen Leuten? Drittens können wir uns nicht auf den Zustrom ausländischer Ärzte verlassen, sondern müssen den Bedarf - zumindest langfristig - aus eigener Kraft decken. Einfach die Stellen auszuschreiben und zu hoffen, dass sich gute Leute von außen melden, funktioniert nämlich nicht!"

    JOCHEN BENDELE

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