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    Zuletzt aktualisiert: 28.09.2008 um 05:05 UhrKommentare

    Lkw-Mafia wird immer skrupelloser

    Bei Kärntner Frächtern geht die Angst um. Diebe stehlen schon Sattelschlepper samt Ladung. Karawankentunnel als "schwarzes Loch".

    Foto © APA

    Die kriminellen Arbeitsmethoden einer Lkw-Mafia-Bande, die seit gut drei Jahren auch in Kärnten immer wieder auf Beutezug geht, wird immer skrupelloser. Am 27. Juli verschwand vom Firmengelände einer Spedition in Tirol ein Sattelschlepper, beladen mit 25 Tonnen Kupferplatten. Der Wert von Auto und Ladung: über 210.000 Euro.

    Erste Hinweise. Im Zuge der Ermittlungen sind Kriminalisten bei der Auswertung von Filmmaterial aus Überwachungskameras auf einen Mann gestoßen, der im unmittelbaren Zusammenhang mit dem Großdiebstahl stehen soll. Für Chefinspektor Manfred Schoi, Leiter der Gruppe Einbruch/Diebstahl im Landeskriminalamt könnte das von seinen Tiroler Kollegen ausgewertete Foto zu einem wichtigen Mosaikstein in den Ermittlungen rund um mehrere Lastkraftwagen werden, die in den letzten Jahren in Kärnten verschwunden sind.

    Identifikation notwendig. "Würde es gelingen, den Mann zu identifizieren, könnte wohl einiges bewegt werden", so Schoi. Derzeit sind die Kriminalisten mit der Aufarbeitung des Diebstahles eines Abschleppwagens im Wert von über 30.000 Euro beschäftigt, der vor zehn Tagen vom Firmengelände einer Karosseriewerkstätte in Villach-Landskron verschwand. "Es gibt einige Anhaltpunkte, wonach der Wagen durch den Karawankentunnel nach Slowenien gebracht wurde", schildert Schoi.

    Schwarzes Loch. Das "schwarze Loch" hat nicht zum ersten Mal einen gestohlenen Laster verschluckt. "Wir arbeiten eng mit den Kollegen in Slowenien zusammen. Einiges deutet darauf hin, dass die Schwerfahrzeuge durch Ex-Jugoslawien geschleust und von dort Richtung Ukraine und Moldawien weiterverschoben werden", so Schoi.

    Alarmanlagen nutzlos. Das Landeskriminalamt hat heuer in Kärnten drei Lkw-Diebstähle registriert. Trotzdem herrscht bei den Kärntner Frächtern Unruhe. "Wir müssen immer wieder über das Wochenende unsere teilweise randvoll beladene Laster abstellen. Es ist unmöglich eine vier Meter hohe Mauer rund ums Areal zu ziehen", zeigt sich ein Unternehmer verunsichert. Selbst teure elektronische Alarmanlagen scheinen für die Profi-Lkw-Diebe keine echte Barriere mehr darzustellen.

    PETER KIMESWENGER

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