Greenpeace veröffentlicht Liste akut gefährdeter Fischarten
Elf Fischarten und Meeresfrüchte - darunter gerade Österreichs beliebteste Speisefische - sind laut einer von Greenpeace herausgegebenen Liste akut gefährdet. Nun wird an den Konsumenten appelliert.

Foto © APDer Lachs zählt zu den gefährdeten Fischarten.
Ob Tunfisch, Scholle oder Atlantischer Lachs: Gerade die beliebtesten Speisefische der Österreicher sind akut gefährdet - das gab die Umweltorganisation Greenpeace in einer Aussendung am Freitag bekannt. In einem handlichen Ratgeber werden unter dem Titel "Rote Fische" elf Fischarten und Meeresfrüchte aufgelistet, die Österreichs Konsumenten beim Einkauf und im Restaurant meiden sollten. Erstmals auf der roten Liste steht der Alaska-Seelachs, der in vielen Fischstäbchen steckt.
Dramatische Situation. "Obwohl die dramatische Situation der globalen Fischbestände hinlänglich bekannt ist, werden nach wie vor bedrohte Fischarten angeboten", kritisierte die Greenpeace-Meeresexpertin Antje Helms. "Jeder hat aber die Möglichkeit, durch sein Einkaufsverhalten selbst zum Schutz der Meere beizutragen. Solange gefährdete Fischarten in den Regalen liegen, ist der Konsument gefordert, genau hinzusehen und auf bestimmte Fische zu verzichten", so Helms.
Mehr als 40 Fischarten bewertet. In einem neuen Kriterien-Katalog, den Greenpeace gemeinsam mit Experten erarbeitet hat, um nicht-nachhaltige Fischereien und Fischzuchten aufdecken zu können, wurden mehr als vierzig Fischarten eingehend bewertet. Dabei wurden sowohl die kritische Situation des jeweiligen Bestandes als auch der Einsatz zerstörerischer Fangmethoden beurteilt.
Konsumentendruck erfolgreich. Dass Konsumentendruck sehr wohl etwas bewirken kann, sieht man an den Veränderungen gegenüber der "Rote Fische"-Liste aus dem Vorjahr: Rotbarsch und Scholle - beide mit zerstörerischen Grundschleppnetzen gefangen - sind ebenso wie Schwertfisch und Hai fast zur Gänze aus dem Angebot der österreichischen Supermärkte verschwunden.
Großteil gefährdet. Nach Angaben der UNO-Welternährungsorganisation FAO sind bereits 77 Prozent aller Fischbestände erschöpft, überfischt oder komplett ausgebeutet. Auch in Europa werden achtzig Prozent der Bestände so stark befischt, dass ihr Nachwachsen nicht mehr gesichert ist. "Angesichts der weltweiten Fischerei-Krise darf es keinen verwundern, dass nachhaltig gefangener Fisch nur in geringen Mengen angeboten wird", weiß Antje Helms zu berichten.
Schutzgebiete gefordert. Greenpeace fordert im Sinne einer nachhaltigen Fischerei, dass illegaler Fang gestoppt, Überkapazitäten abgebaut und Beifang vermieden wird. Laut der Umweltorganisation können die Fischbestände nur mehr durch ausgedehnte Rückzugsräume gesichert werden.










