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Zuletzt aktualisiert: 15.09.2008 um 13:50 Uhr

Deponiegas-Opfer starb nach sieben Jahren im Wachkoma

Arbeiter in Schacht mit Gas aus Altdeponie vergiftet. Sein Kollege, der ihm damals helfen wollte, starb bald nach dem Unglück. Zivilprozess läuft.

Ein Kärntner, der seit einem Deponiegasunfall, der sich im Sommer 2001 auf dem Gelände der Klagenfurter Krantechnik GmbH ereignet hatte, im Wachkoma gelegen war, ist nun laut ORF Radio Kärnten in einem Pflegeheim gestorben. Der damals 37 Jahre alte Kärntner war in einen Sickerschacht gestiegen, der mit Methangas aus einer alten, nicht bekannten Mülldeponie gefüllt war.

Entsorgung. Am 26. Juli 2001 waren auf dem Gelände der Klagenfurter Krantechnik GmbH routinemäßig Kontrollen am Ölabscheider durchgeführt worden, eine Entsorgungsfirma wurde mit diesen Arbeiten beauftragt. Der bei der Kran-Firma beschäftigte Arbeiter Siegfried S. bot sich im Zuge der Überprüfung an, in den Abwasserschacht hinunterzusteigen und die notwendige Probe zu entnehmen.

Bewusstlos. Kaum war er in den Schacht gestiegen, wurde er bewusstlos und stürzte auf den Grund des Schachtes. Ein Arbeitskollege - damals 33 Jahre alt - wollte seinem Kollegen helfen und stieg ebenfalls hinunter, auch er wurde sofort bewusstlos.

Pflegefall. Die beiden hatten Deponiegas eingeatmet, sie wurden etwa 20 Minuten später von der Klagenfurter Feuerwehr geborgen und sofort ins Landeskrankenhaus Klagenfurt gebracht. Wochenlang wurden die Patienten dort künstlich beatmet, bei dem Arbeitskollegen versagte die ärztliche Kunst jedoch, er starb drei Monate nach dem Unfall. Sein Kollege, der ebenfalls schwerste Hirnschäden davongetragen hatte, überlebte, war jedoch seither ein Pflegefall.

Deponiegas. Die Untersuchungen ergaben, dass Deponiegas einer Altdeponie den Unfall verursacht hatte. Die Deponie wurde inzwischen saniert. Ein Chemiker der Entsorgungsfirma wurde 2003 vom Oberlandesgericht Graz zu vier Monaten bedingter Haft verurteilt. Er hätte die Arbeiter laut Urteil daran hindern müssen, ungesichert in den Schacht zu steigen. Am Landesgericht Klagenfurt war der Chemiker in erster Instanz freigesprochen worden.

Seit drei Jahren Prozess. Ungeklärt ist aber nach wie vor, wer für die Pflegekosten aufkommt. Die Sozialversicherungsträger klagten die Stadt Klagenfurt, das Land Kärnten und die Republik. Seit drei Jahren läuft der Prozess um 270.000 Euro. Die Kläger werfen den Behörden vor, in ihren Verordnungen zu dem Schacht nicht ausdrücklich vor möglichen Gefahren der ehemaligen Deponie gewarnt zu haben.


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