Impotenz ade, die tägliche Pille für den Mann kommt
Tadalafil in niedriger Dosierung soll Tabletteneinnahme vor Wunsch nach Sex entkoppeln.

Foto © APAEs gibt eine wirksame Alternative zu Viagra
Bisher mussten Männer mit Erektionsproblemen vor dem
Wunsch nach Sex zur Tablette greifen. Nun ist ein
Produkt im Handel, das genau diesen Zusammenhang entkoppeln soll: die
tägliche Potenzpille. Der Hersteller Eli Lilly bringt nun seine
Tadalafil-Tablette ("Cialis") in einer niedrigen
Fünf-Milligramm-Dosierung auf den Markt, die zur dauernden, täglichen
Einnahme gedacht ist.
Wie ein Blutdruckmedikament. Damit soll die Einnahme der Potenzpille "wie ein
Blutdruckmedikament" erfolgen, sagte Univ.-Prof. Dr. Walter Stackl,
Vorstand der urologischen Abteilung am Krankenhaus Rudolfstiftung, am
Freitag bei einer Pressekonferenz in Wien. Durch die deutlich
niedrigere Dosierung würden auch die Nebenwirkungen wie
beispielsweise Kopfschmerzen oder erhöhter Puls zurückgehen.
Patienten, die koronare Herzerkrankungen mit Nitrat-Präparaten
bekämpfen, müssen allerdings auf das neue Produkt ebenso wie auf
jeden anderen PDE5-Hemmer (Hemmstoffe der Phosphodiesterase, Anm.)
verzichten.
Stärke der Dosierung bleibt. Stackl zufolge muss auch die Dosierung im Laufe der Zeit nicht
erhöht werden. Langzeitstudien hätten gezeigt, dass das Präparat nach
zwei Jahren in gleicher Dosierung genau so wirksam wie am Beginn sei.
Auch einmal vergessen sei kein Problem: "Was man nicht tun sollte,
ist, am dritten Tag die dreifache Dosis zu sich zu nehmen." Nicht
getestet wurde das Medikament bei Prostatakarzinom-Patienten, aber
vom "theoretischen Ansatz" sei die Medikation mit PDE5-Hemmern wohl
das beste, so der Mediziner.
Auch für Frauen hilfreich. Dass erektile Dysfunktionen auch auf das sexuelle Wohlbefinden der
Partner Auswirkungen haben, führte die Sexualtherapeutin Elia
Bragagna aus. Die Frau stellt die eigenen Bedürfnisse hinten an, wenn
es bei ihm einmal funktioniert. Das Präparat helfe damit auch den
Frauen, sich zu entkrampfen, im Wissen, dass es der Mann entspannt
angehen kann.
Etwas kostspielig. Stackl: "Bei den Nachteilen ist mir nichts eingefallen, außer
vielleicht der Preis." Der ist allerdings stolz: 28 Stück der
Tablette kosten 155 Euro, die Krankenkassen zahlen nichts.











