Prüfungsstress sorgte für Massenohnmacht in Tansania
Bangen um gute Abschlussnoten ließ 20 von 140 Schülerinnen in Ohnmacht fallen.
Lautes Kreischen, Tränenausbrüche,
hyperventilierende Mädchen, die reihenweise in Ohnmacht fallen - in
Tansania ist dieses Phänomen nicht bei Popkonzerten, sondern bei
Schulprüfungen zu beobachten. In Tabora im Norden des
ostafrikanischen Landes fielen 20 von rund 140 Schülerinnen in
Ohnmacht, nachdem sie den ersten Teil der Abschlussprüfungen der
achtjährigen Volksschule absolviert hatten.
BBC-Bericht.
"Es gab Chaos, Tränen, Kreischen", sagte ein Sprecher der
Schulbehörde dem britischen Rundfunksender BBC. Einige der Teenager
hätten erst nach 40 Minuten das Bewusstsein wieder erlangt. Für die
Ohnmachtsopfer sei ein extra Klassenraum eingerichtet worden, in dem
sie später die Prüfung fortsetzen konnten.
Sozialer Aufstieg. Midemo Paul Makungo, der Schulinspektor von Tabore, zeigte sich
nur vom jugendlichen Alter der Opfer der Massenhysterie überrascht.
"Solche Vorfälle sind hier sehr weit verbreitet", sagte er. "Aber
meist kommen sie bei Mädchen an den weiterführenden Schulen vor."
Warum der Schulstress ausschließlich die Mädchen in die Ohnmacht
treibt, konnte Makungo nicht erklären. Allerdings sind gute
Abschlussnoten vor allem für Schüler aus armen und ländlichen
Familien oft die einzige Chance, ein Universitätsstipendium und die
Möglichkeit zum sozialen Aufstieg zu erhalten. Die Abschlussprüfung
hat für die Jugendlichen daher eine lebensentscheidende Bedeutung.











