500.000 Österreicher leiden unter Darmproblemen
Über Darmprobleme gesprochen wird aber eher selten.

Foto © www.flickr.com / Robert McDonWenn die Gedärme grummeln, soll man der Ursache auf den Grund gehen
500.000 Österreicher (18 Prozent) schlagen sich mit
Darmproblemen herum, aber nur die wenigsten sprechen darüber. Bei
einer Umfrage gaben 78 Prozent an, "eher selten" oder "so gut wie
nie" im Verwandten- oder Freundeskreis dieses Thema anzuschneiden,
obwohl die Mehrheit der Österreicher (56 Prozent) eigentlich gerne
über ihre Gesundheit redet. Die Studie wurde vom
Meinungsforschungsinstitut Integral im Auftrag von Yakult
durchgeführt.
Darmprobleme bei jungen Frauen am häufigsten.Gelegentliche Darmprobleme haben bereits mehr als die Hälfte der
Österreicher (53 Prozent) - mehr Frauen (60 Prozent) als Männer (45
Prozent). Auch die 18- bis 29-Jährigen kämpfen eher mit ihrer
Verdauung (60 Prozent) als Ältere (30- bis 49-Jährige 54 Prozent;
über 50-Jährige 44 Prozent). "Das könnte damit zusammenhängen, dass
Jüngere noch weniger gesundheitliche Probleme haben und die
Darmgesundheit hier stärker ins Gewicht fällt", sagte Bertram Barth,
Geschäftsführer von Integral Marktforschung.
Wer einen gesunden Darm hat, hat einen regelmäßigen Stuhlgang (28
Prozent), keine Verdauungsprobleme (16 Prozent) und keine Blähungen
(16 Prozent), meinen die Befragten hauptsächlich. Und das wiederum
wirke sich auf den Stoffwechsel und das Körpergewicht (92 Prozent),
das Immunsystem (78 Prozent) und das Nervensystem (65 Prozent) aus.
Gemüse und Obst gut für Verdauung. 41 Prozenten der Österreicher sind überzeugt, dass fettreiche
Nahrungsmittel an der schlechten Verdauung schuld sei. Aber auch
Süßigkeiten und Mehlspeisen (16 Prozent), zuckerhaltige Nahrungsmittel
(16 Prozent), zu viel Fleisch (14 Prozent) sowie Alkohol (zwölf
Prozent) wirken sich negativ aus. Gut sind hingegen Gemüse 34
(Prozent), Obst (26 Prozent), Vollkornprodukte (21 Prozent) und
Ballaststoffe (19 Prozent).
Reizdarmsyndrom. Relativ hoch ist die Häufigkeit von neuen Phänomenen wie dem
Reizdarmsyndrom (RDS) - einer funktionellen Darmstörung, die mit
krampfartigen oder stechenden Bauchschmerzen, Blähbauch, Durchfall
oder Verstopfung einhergeht. Unter diesen Symptomen leiden 17 Prozent
der Befragten. Mit den Beschwerden ist auch eine beträchtliche
gesundheitsökonomische Bedeutung verbunden, sagte Gabriele Moser,
Leiterin der Spezialambulanz für gastroenterologische Psychosomatik
an der Universitätsklinik für Innere Medizin Wien. "Dadurch entstehen
in Österreich etwa 2,8 Millionen Fehltage pro Jahr", so Moser.
Bauchhypnose. Abhilfe dürfte die sogenannte Bauchhypnose schaffen. Am Wiener AKH
wird gerade eine Studie dazu durchgeführt. "Das hat viel mit Ruhe,
Wärme, Rhythmus und Entspannung zu tun", sagte Moser. Mit
Handauflegung und zur Ruhe kommen werde dem Darm suggeriert, ein
rhythmisches Organ zu sein.
Umfrage. Für die Umfrage wurden im Juni 1.000 Österreicher im Alter von 18
bis 65 Jahren in Online-Interviews befragt.










