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Zuletzt aktualisiert: 08.09.2008 um 14:50 UhrKommentare

Anrufe, SMS, Porno-Fotos: Stalker verfolgte Paar seit 2004

Aus nicht erwiderter Liebe soll der 45-jährige seine Opfer tyrannisiert haben.

Viele werden per SMS bedroht

Foto © WeichselbraunViele werden per SMS bedroht

Ein besonders schwerer Fall von Stalking soll sich in Wien bzw. Niederösterreich abgespielt haben. Ein 45-Jähriger soll seit 2004 ein Paar mittels SMS, Anrufen oder Briefen tyrannisiert haben, berichtete der "Kurier" am Montag. Gerhard Sedlacek, Sprecher der Staatsanwaltschaft St. Pölten, bestätigte den Fall der APA. Eine Anklage gegen den Verdächtigen, der sich auf freiem Fuß befindet, soll demnächst erfolgen, so Sedlacek.

Unerwiderte Liebe. Der Verdächtige hätte sich in die Frau verliebt, jedoch seien die Gefühle nicht erwidert worden. In der Folge habe der Mann beschlossen, den Partner der Frau "beruflich zum Absturz zu bringen. Was 2004 mit harmlosen telefonischen Ausspähungen begann", hätte sich immer weiter gesteigert, berichtete der "Kurier".

Anonyme Anrufe. Der Mann habe anonyme Anrufe getätigt, um über Hintergrundgeräusche herauszufinden, wo die beiden gerade waren, danach seien drohende Botschaften via SMS und Briefe gefolgt. Allein in den vergangenen sechs Monaten habe der Verdächtige das Telefon 650 Mal klingeln lassen, hieß es im "Kurier". Um sich "zu tarnen, outete sich der Mann auch selbst als Opfer des unheimlichen Stalkers. Er zeigte dem Paar entsprechende Briefe, die er an sich adressiert hatte. Die SMS setzte er ausschließlich von öffentlichen Internet-Terminals ab", so die Tageszeitung.

Porno-Fotos. Der 45-Jährige soll außerdem auf Internet-Pornoseiten Fotos einer Akteurin aufgestöbert haben, die dem weiblichen Opfer "bis auf winzige Details täuschend ähnlich" gesehen habe. Diese habe er in der Folge ihrem Freund als auch dessen Arbeitgeber gesendet. Letzterem habe der Verdächtige unter anderem auch berichtet, der Mann sei angeblich "dem Alkohol verfallen".

Anzeige. "Als die Lage unerträglich wurde, erstattete das Paar Anzeige", so der "Kurier". Kriminalisten sahen sich in der Folge mit "Hunderten Telefonzellen konfrontiert, aus denen der Stalker angerufen hatte". Die Haupt-Standorte wurden in der Folge observiert, in Wien-Brigittenau "tappte der Verdächtige in die Falle".


"Stalking"

Der Begriff "Stalking" kommt ursprünglich aus der Jägersprache und bedeutet Anpirschen und Anschleichen an das Wild. Heutzutage ist das Wort "Stalking" in Gesetzbüchern zu finden: Es steht für permanentes Nachstellen und Verfolgen einer Person. Kurz: Für Psychoterror. Der passende Paragraf dafür wurde in Österreich erst vor zwei Jahren angeführt.

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