Drogen kosten den Staat Milliarden
Neue, umstrittene Studie mit brisantem Inhalt: Illegale Drogen führen direkt und indirekt zu hundertfach höheren Kosten für die Volkswirtschaft als bisher angenommen.

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Es sind gewaltige - beinahe unglaubliche Zahlen - die eine neue Studie dem illegalen Drogenkonsum in Österreich zuspricht: Hochgerechnet auf 2008, würden daraus rund 25 Milliarden Euro volkwirtschaftlicher Schaden entstehen. Zum Vergleich: Das Landesbudget der Steiermark beträgt rund vier Milliarden Euro, das Kärntner etwa zwei Milliarden.
Gründe.
Das sind etwa hundertmal (!) so hohe Zahlen als bisher bekannte. Wie kommt es dazu? Die Autoren Walter Hauptmann, emeritierter Professor für Kriminalpsychologie und seine Mitarbeiterin Professor Eleonora Hübner, nennen einige Gründe: "Wir berücksichtigen das enorm große Dunkelfeld. Außerdem wurden bisherige Kostenstudien von Nationalökonomen und Gesundheitsökonomen verfasst, wir orientieren uns aber viel stärker an kriminologischen Daten".
Riesige Dunkelziffern.
Schon im Jahr 2002 - auf dieses Jahr bezieht sich die Studie - habe es 72.500 Drogenkranke gegeben; jeder neunte (!) Österreicher habe damals zumindest ein- oder mehrmals im Jahr illegale Drogen konsumiert. In Summe müsse man (für 2002) von 170 Tonnen Cannabis, 14,8 Tonnen Kokain, mehr als neun Tonnen Heroin und Opiate ausgehen.
Kosten.
"2002 wurde höchstens jeder 45.ste Verdächtige ermittelt und angezeigt", behauptet Hauptmann. Gerichtlich verfolgt wurde nur eines von 11.000 Einzeldelikten. "Wir haben von Neusiedl bis zum Bodensee mit den Kriminalisten gesprochen". Ergebnis der Recherchen: Vier Milliarden Euro haben die Substanzkosten betragen, die Beschaffungskriminalität 2,6 Milliarden Euro. Indirekte Kosten: Die Polizei widmet etwa in Drittel ihrer Arbeitszeit dem Thema Drogendelikte, das macht auch zwei Milliarden Euro aus.
Lasche Verfolgungspraxis.
Hauptmann und Hübner kritisieren die lasche Verfolgungspraxis. So gebe es zwar Präventionsmaßnahmen, "aber es wird nie überprüft, ob das hilft. Die Vereine evaluieren sich selbst". Auch das Prinzip "Helfen statt Strafen" laufe darauf hinaus, dass es kaum zu Kontrollen komme. Nur in 14 Prozent werde eine ärztliche Überwachung angeordnet. Ergebnis: Bei 200.000 Drogenmissbrauchern in Salzburg und Oberösterreich zwischen 1990 und 1999 kam es nur zu 242 Schuldsprüchen. Nur jeder 12.500ste Drogentäter erhielt eine Haftstrafe. Die Autoren wollen keine schärferen Gesetze, sondern eine konsequente Durchsetzung.
Features
Brisante Studie
Das eben vorgestellte Buch "Soziale Kosten des Drogenmissbrauchs" sorgt für Aufregung:15 Milliarden Euro soll 2002 der volkswirtschaftliche Schaden betragen haben, hochgerechnet auf 2008 wären das 25 Milliarden.
Die Autoren sind Walter Hauptmann, emeritierter Professor für Kriminalpsychologie an der Universität Salzburg, und seine langjährige Mitarbeiterin, Professor Eleonora Hübner. Das Buch erschien im NWV-Verlag.











