Kranke Frau setzte Notruf ab: Arzt verweigerte Hilfe
An Leukämie erkrankte Villacherin brauchte gestern Nacht Hilfe. Das Rote Kreuz alarmierte den diensthabenden Arzt. Doch dieser hatte keine Zeit.
Die Angehörigen einer Villacher Pensionistin sind verzweifelt: "Meine Mutter hat einen Notrufknopf, weil sie schwer krank ist und alleine lebt. Wie kann es sein, dass der verständigte, diensthabende Arzt keine Zeit für den Patienten hat? Sollte nicht jeder so schnell wie möglich Hilfe bekommen, wenn er diese braucht?"
Alarm ausgelöst. Gestern Nacht gegen 2.30 Uhr löste die Pensionistin mit ihrem Notrufgerät - ähnlich einer Armbanduhr - beim Roten Kreuz Alarm aus. Die Frau leidet an einer akuten Leukämie und befand sich den ersten Tag nach einem längeren Krankenhausaufenthalt wieder zu Hause. "Wir haben sofort den diensthabenden Arzt verständigt", heißt es aus der Pressestelle des Landesverbandes des Roten Kreuzes. "Aufgrund dessen, dass der Arzt nicht zugefahren ist, haben wir die Frau noch einmal angerufen." Das Rote Kreuz bot der Villacherin an, die Rettung vorbei zu schicken. "Sie sagte, dass sie nicht ins Krankenhaus will. Wir können niemanden dazu zwingen."
Ermittlungen. Warum der Arzt nicht zur Patientin gefahren ist, weiß man beim Roten Kreuz nicht. Es heißt, dass es diesbezüglich Ermittlungen geben werde. Laut der Tochter der Betroffenen hat der Mediziner ihrer Mutter nach der Alarmierung durch die Rotkreuz-Landesleitstelle telefonisch mitgeteilt, dass er keine Zeit für sie habe. Der Arzt war gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Die Tochter: "So etwas darf einfach nicht passieren."











