USA bei Teenager-Schwangerschaften im Spitzenfeld
Enthaltsamkeit als Lösung vor unehelichen Schwangerschaften? In den USA setzt man vielerorts auf Abschreckung statt auf Aufklärung. Mit mitunter drastischen Folgen.

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Das Bekanntwerden der Schwangerschaft der
17-jährigen Tochter der republikanischen
Vizepräsidentschaftskandidatin Sarah Palin hat die Frage der
Schwangerschaft von Jugendlichen wieder in den Vordergrund gerückt.
Die USA nehmen bei Teenager-Schwangerschaften im internationalen
Vergleich einen Spitzenplatz ein. Für 2006 errechneten Statistiker in
den Vereinigten Staaten auf 1000 Mädchen im Alter von 15 bis 19
Jahren 41,9 Geburten. In Deutschland waren es 10,7 und in Kanada
13,4.
Enthaltsame Jugendzeit? Konservative US-Politiker und Kirchenvertreter sehen vor allem in
sexueller Enthaltsamkeit ein Mittel dagegen. Ein Gesetz aus dem Jahr
1996 sieht staatlich geförderte Bildungsprogramme vor, die neben
religiösen Werten auch Keuschheit bei Jugendlichen propagieren.
Jugendprogramme. Im vergangenen Jahr förderte die Regierung in Washington das
mehrfach erweiterte Programm zur sexuellen Enthaltsamkeit mit 176
Millionen US-Dollar (120 Mio Euro). Seit das Gesetz zur Förderung von
"Abstinence Only" (Abstinenz vor der Ehe und nichts anderes) im
Schulunterricht verabschiedet wurde, ist die Zahl von Gruppen wie
"Choices" (Entscheidungen) rapide gewachsen, die in Gemeindezentren
oder Schulen Teenager-Kurse organisieren.
Verhütungsmittel sind tabu. Programme unter dem Dach der "Alliance for Families" (Allianz für
Familien) unterliegen strikten Auflagen. So muss jungen Leuten
vermittelt werden, "dass sexuelle Aktivitäten außerhalb der Ehe
wahrscheinlich schädliche psychische und physische Auswirkungen
haben". Kondome und andere Verhütungsmittel dürfen nicht als
Möglichkeit zur Verhinderung von ungewollter Schwangerschaft
propagiert werden. In mehreren US-Staaten setzten konservative
Elternverbände durch, dass Aufklärungsunterricht an Schulen
weitgehend abgeschafft wurde.
Abeschreckung statt Aufklärung. Der Rat für Sexualkunde und die nationale Kampagne zur
Verhinderung von Teenager-Schwangerschaften kritisieren eine
gefährliche Eingleisigkeit. Es werde Abstinenz propagiert, ohne
Jugendlichen zu erklären, wie sie sich vor ungewollten
Schwangerschaften schützen können. Experten der US-Gesundheitsbehörde
CDC verweisen darauf, dass es bisher keine fundierten Erkenntnisse
über den Erfolg der "Abstinence Only"-Lehre gibt.











