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    Zuletzt aktualisiert: 02.09.2008 um 18:31 UhrKommentare

    Drama in englischer Villa: Millionär brachte Frau und Tochter um

    Der rätselhaften Morde in einer Millionärsvilla in Westengland sind geklärt: Der Brand entpuppte sich als Kriminalfall.

    Über die Hintergründe tappte die Polizei lange im Dunkeln

    Foto © APAÜber die Hintergründe tappte die Polizei lange im Dunkeln

    Das blutige Verbrechen in der Millionärsvilla in Westengland ist geklärt. Der Geschäftsmann Christopher Foster (50) hat seine Frau und seine Tochter getötet, Feuer in dem Anwesen gelegt und sich dann das Leben genommen. Das teilte die Polizei am Dienstag mit. Zur Klärung des Dramas trugen Aufnahmen einer Überwachungskamera bei, die den Familienvater mit einem Gewehr auf dem Anwesen zeigen, kurz bevor an mehreren Stellen gleichzeitig ein verheerender Brand ausbrach.

    Schulden. Fosters Leben schien perfekt: Ein herrschaftliches Anwesen, Frau Jill (49) und Tochter Kirstie (15), Geld, Autos, Pferde, Hunde. Aber wohl nur der Geschäftsmann selbst wusste, dass sein Luxusleben nur noch eine Lüge war. In den vergangenen Tagen sickerten immer mehr Informationen und Gerüchte über seinen geschäftlichen Absturz durch. Fosters Firma für Dämmstoffe wurde schon im vergangenen Jahr aufgelöst, Klagen von Lieferanten waren angeblich anhängig. Foster soll auch Steuerschulden von umgerechnet fast einer Million Euro gehabt haben. Die Polizei ließ Berichte unkommentiert, wonach Gerichtsvollzieher im Anmarsch waren aber nur noch die rauchenden Ruinen vorfanden.

    Grillfest. Wenige Stunden vor der Tat in der Nacht zum Dienstag vergangener Woche ist alles noch so friedlich. Mit seiner Frau und Tochter geht Foster zu einem Grillfest. Dort wird die Familie das letzte Mal lebend gesehen. Was danach in der Villa bei Maesbrook in der Grafschaft Shropshire passiert ist, kann die Polizei nur ansatzweise konstruieren, weil das Feuer viele Spuren für immer vernichtet hat. Foster erschießt Frau Jill, tötet Tochter Kirstie und erschießt einen Hund. Dann geht er vom Haupthaus in einen Stall, erschießt dort drei Pferde und drei weitere Hunde, legt an mehreren Stellen des Anwesens Feuer, blockiert mit einem Pferdeanhänger die Zufahrt, geht zurück zur Leiche seiner Frau und richtet sich selbst.

    Brandstiftung. Der mysteriöse Fall hatte Großbritannien seit einer Woche in Atem gehalten. Zunächst gehen die Ermittler nur von Brandstiftung aus, die Familie gilt tagelang als vermisst. Ehemalige Geschäftspartner melden sich zu Wort. Foster sei ins Ausland geflohen, er habe Immobilien, von denen niemand etwas wisse.

    Zwei Leichen. Dann werden in den Trümmern die Leichen zweier Erwachsener gefunden. Eine kann anhand ihrer Zähne als Fosters Ehefrau Jill identifiziert werden. Bei der anderen steht lange Zeit nur fest, dass es sich um einen Mann handelt. Als die Gerichtsmediziner den Kopfschuss bei Jill entdecken, wird aus der Brandstiftung ein Mordfall. Unklar war zunächst: Ist die zweite Leiche der Ehemann oder ein Unbekannter? Brachte ein Einbrecher die Familie um? Und wo ist die vermisste Tochter? Mit dem Fund der dritten Leiche und der Auswertung des Videobandes sind diese Fragen beantwortet.


    Foto

    Foto © APA

    Bild vergrößernDie Familie FosterFoto © APA

    Fakten

    Das herrschaftliche Haus der Familie Foster liegt bei Maesbrook in der Grafschaft Shropshire. Es war in der Nacht auf Dienstag ausge-
    brannt. Die Polizei ermittelt wegen Mordverdacht.

    Foster war zu seinem Vermögen gekommen, weil er Dämmstoffe für Ölplatt-
    formen
    herstellte. Doch seine Firma Ulva wurde im vergangenen Jahr aufgelöst, Klagen von Lieferanten waren angeblich anhängig. Foster soll auch Steuerschulden von umgerechnet fast einer Million Euro gehabt haben.

    Foto

    Foto © APA

    Bild vergrößernDas Gebäude wurde bei dem Brand völlig zerstörtFoto © APA

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