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Zuletzt aktualisiert: 30.08.2008 um 14:19 Uhr

Postenkommandant soll junge Polizistin erniedrigt haben

Schwere Vorwürfe in Vorarlberg: 50-Jähriger soll in Bregenz Frau gebissen, an den Haaren gezogen und in die Toilette eingesperrt haben.

Foto © Kleine Zeitung Digital/Erwin Scheriau

Ein 50-jähriger Polizeikommandant eines Postens im Bezirk Bregenz soll eine junge Polizistin über ein Dreivierteljahr mehrfach erniedrigt haben. Der örtliche Polizeichef soll die Frau unter anderem gebissen, an den Haaren gepackt und in die Toilette eingesperrt haben, berichteten die "Vorarlberger Nachrichten" (Samstag-Ausgabe). Der Mann wurde bis zur Klärung des Falls ins Landespolizeikommando versetzt, die betroffene Polizistin arbeitet laut dem Bericht mittlerweile in einem anderen Bezirk.

"Nicht tragbar". Die Ermittlungen würden vom Bezirkspolizeikommando Bregenz durchgeführt, so Landespolizeikommandant Manfred Bliem gegenüber der Tageszeitung. "Bis zur Klärung ist der Postenkommandant auf der Dienststelle nicht mehr tragbar", erklärte Bliem zu der Versetzung. Suspendiert sei der Mann aber nicht. "Das hätte niemandem etwas gebracht. Ich sehe nicht ein, dass jemand nicht arbeiten muss und trotzdem sein Geld weiter erhält", begründete Bliem. Es gelte die Unschuldsvermutung.

Gerichtsanhängig. Der Fall soll seit Anfang August gerichtsanhängig sein, auch die Disziplinarkommission sei eingeschaltet. Bliems Stellvertreter Siegbert Denz erklärte, man habe das Verfahren abzuwarten, das Disziplinarverfahren werde abhängig vom Strafverfahren entschieden. Die Vorwürfe beschrieben "völlig inakzeptables Verhalten", bei dem die Dienstbehörde sich "absolut restriktiv" verhalte, so Denz.

"Fehler". Dass der Postenkommandant bis zur endgültigen Klärung des Falls nicht suspendiert wurde, sehe sie als "Fehler", erklärte Innenministerin Maria Fekter (ÖVP) in einer Stellungnahme Samstagmittag. "Als Innenministerin kann ich nicht akzeptieren, dass der Eindruck entsteht, solche Vorwürfe würden verharmlost werden", so Fekter. Sie erwarte eine rasche Aufklärung, betonte sie. "Der respektvolle und kollegiale Umgang im Polizeidienst ist eine Grundvoraussetzung für die effiziente Arbeit", so Fekter weiter. Die unabhängige Disziplinarkommission sei jetzt gefordert, die erforderlichen Schritte zu setzen.


"Völlig inakzeptabel"

Vorarlbergs Sicherheits-Landesrat Schwärzler (ÖVP) sagte gegenüber ORF Radio Vorarlberg, wenn die Vorwürfe stimmten, sei dies "völlig inakzeptabel". Auf den Polizeiposten müsse ein "korrektes Miteinander-
arbeiten" möglich sein. Er persönlich wünsche sich, dass der Fall rasch aufge-
klärt
werde. Es könne nicht sein, dass man dafür Wochen brauche. "Und in dieser Zeit hätte ich persönlich den Mann suspendiert vom Dienst, weil es wahrscheinlich für alle besser wäre", so Schwärzler.

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