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Zuletzt aktualisiert: 30.08.2008 um 09:56 UhrKommentare

Hacker knackten weltweites Neonazi-Netz Blood & Honour

Nach Angaben der "Daten-Antifa" schafften es linksgerichtete Computer-Hacker "in einer aufwändig vorbereiteten Nacht- und Nebelaktion", den bisher streng abgeschirmten Server des Netzwerks von B&H zu entern.

Foto © AP

Eines der weltweit größten Neonazi-Netzwerke im Internet ist nach einem Medienbericht zerschlagen worden. Der sogenannten "Daten-Antifa" gelang es nach eigenen Angaben am Freitag, die Zugangscodes zum "Blood and Honour"-Netzwerk zu knacken und mehr als 30.000 Datensätze zu kopieren, wie die "Frankfurter Rundschau" (Samstagausgabe) berichtete. Unter den Datensätzen waren demnach auch rund 500 aus Deutschland. Seit September 2000 ist "Blood and Honour" (B&H) hierzulande als verfassungsfeindliche Gruppierung verboten.

"Werden sehr nervös". Günther Hoffmann vom Zentrum Demokratische Kultur sagte der "Frankfurter Rundschau", die Tragweite dieses Schlags gegen den militanten Rechtsextremismus sei überhaupt noch nicht absehbar: "Jetzt werden einige Leute im rechtsextremen Umfeld, darunter sicher auch Aktivisten der NPD, sehr nervös werden". NPD-Aktivisten halten Kontakte zu B&H geheim, um die Legalität der Partei nicht zu gefährden. Selbst Parteichef Udo Voigt trat aber schon vor ungarischen B&H-Anhängern auf.

"Aufwändig vorbereitet". Nach Angaben der Daten-Antifa schafften es linksgerichtete Computer-Hacker "in einer aufwändig vorbereiteten Nacht- und Nebelaktion", den bisherstreng abgeschirmten Server des Netzwerks von B&H zu entern, auf den sonst nur Mitglieder mit Passwort Zugang haben. Nach einer vorläufigen Auswertung der 31.948 Datensätze sei klar, dass das Netzwerk nach wie vor auch von deutschen Neonazis genutzt werde.


Nach wie vor aktiv

Katharina König vom "Jenaer Aktionsbündnis gegen Rechts" sagte dem Blatt, es gebe nun Beweise, dass B&H-Kon-
zerte
nach wie vor in Deutschland stattfänden und dass deutsche Rechts-
extremisten
sich an der Organisation solcher Kon-
zerte im Ausland
beteiligt hätten. Die Polizei werde sicher "ihre Schlüsse daraus ziehen".

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