Taxler: "Wir werden mit Mafia-Methoden erpresst"
Zwischen 50 und 200 Euro sollen Kärntner Taxifahrer für angebliche Verfehlungen zahlen. Wer nicht spurt, dem wird der Funk abgedreht. Staatsanwaltschaft ermittelt.
Bezahle 50 Euro oder dir wird der Funk abgedreht." Einen Satz wie diesen sollen Kärntner Taxifahrer seit Jahren immer wieder hören. Viele zahlen. Doch ein Betroffener ließ sich nicht länger erpressen. Er ging zur Staatsanwaltschaft.
Seit Jahren. "Seit sieben oder acht Jahren geht das jetzt schon so", sagt der Taxifahrer. Zu ihm seien, wie zu vielen seiner Kollegen, zwei Männer gekommen, die sich als Mitglieder eines Taxivereines zu erkennen gaben. "Sie verlangten von mir, dass ich eine Strafe zahle, weil ich angeblich eine Stunde nicht in meinem Wagen gesessen bin. Aber das war nur ein fadenscheiniger Vorwand, um Geld von mir zu bekommen. Ich verweigerte die Zahlung. Seitdem kann ich mein Funksystem nicht mehr nutzen", sagt der Taxler.
Verteiler. Das Funksystem ist jener Verteiler, über den Anrufe, die über eine Telefonnummer eingehen, an die Fahrer weitergeleitet werden. Vor allem im Stadtbereich, wo es viele Taxiunternehmen gibt, schließen sich die Arbeitgeber der Taxifahrer oft in solchen Vereinen zusammen, um mit einer gemeinsamen Telefonnummer arbeiten zu können.
Macht ausgenutzt. "Da nutzt jemand seine Machtposition aus. Ein Kollege hat einen Kunden an einen anderen Taxler weitervermittelt, weil dessen Rollstuhl nachweislich nicht in das Taxi passte. Es dauerte nicht lange, bis jemand bei ihm Auftauchte, der ihm wegen Fahrgastverweigerung eine so genannte Strafe aufbrummen wollte", sagt der Taxifahrer. Wohin das Geld fließt, das den Taxlern aus der Tasche gezogen wird, weiß niemand. Bis zu 15.000 Euro sollen es in den vergangenen acht Jahren insgesamt gewesen sein.
Verfahren anhängig. Dass ein Taxifahrer die Staatsanwaltschaft eingeschaltet hat, hat sich bereits herumgesprochen: "Man ist zu mir gekommen und hat mich gebeten, mein Vorhaben noch einmal zu überlegen." Doch daran denkt der Taxler nicht. Ein Ermittlungsverfahren ist bei der Staatsanwaltschaft anhängig, wie Sprecherin Carmen Riesinger bestätigt. Die Polizei wurde mit Ermittlungen beauftragt.










