Lawinendrama am Mont Blanc: Doch "nur" ein österreichisches Todesopfer
Augenzeugen berichten vom schrecklichen Moment, als mindestens 16 Bergsteiger - darunter offenbar ein Österreicher und vier Deutsche - verschüttet wurden. Tote liegen unter einer 20 bis 50 Meter dicken Eisschicht.

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Unter den acht am Mont Blanc tödlich verunglückten Bergsteigern dürfte sich "nur" ein Österreicher befinden: Wie eine französische Polizeisprecherin am Montagabend
bekanntgab, befinden sich vier Deutsche unter den Opfern. Demnach soll der beim Unglück getötete Tiroler Bergführer nicht - wie zuvor angenommen - mit vier Österreichern unterwegs gewesen sein, sondern mit vier Alpinisten aus Deutschland. Drei weitere Opfer
sollen aus der Schweiz stammen.
"Nur" ein Österreicher. Zunächst ging die Polizei davon aus, dass es sich bei den Opfern um drei Schweizer und fünf Österreicher handelt. Am Montag stellte sich dann heraus, dass sich ein österreichischer Bergführer sowie vier Deutsche unter den Verunglückten befinden, teilte eine Sprecherin der Polizei der Region Rhones-Alpes mit. Damit dürfte sich auch die Annahme des Wiener Außenministeriums bestätigten, dass der Tiroler mit vier Alpinisten aus Deutschland auf den Mont Blanc aufgebrochen war. Unter den vier deutschen Toten ist auch eine Frau. Weiters kamen ein 32-jähriger Schweizer Bergführer und ein junges Paar - 28 und 34 Jahre alt - ums Leben.
Leichen lokalisiert. Sieben der insgesamt acht Opfer vom Bergsteigerdrama am Mont Blanc sind am Montag lokalisiert worden, teilte die Gendarmerie am Abend
auf einer Pressekonferenz mit. Es wurden Signale aus den Lawinenwarnsystemen empfangen, die die Bergsteiger bei sich trugen. Allerdings liegen die Toten unter einer 20 bis 50 Meter dicken Eisschicht, so Gendarmerie-Sprecher Regis Lavergne. An eine Bergung sei derzeit nicht zu denken. "Die Opfer liegen in einer Zone, auf die permanent Eisplatten stürzen. Es kommt nicht infrage, Bergungskräfte dort abzusetzen", sagte Lavergne. Die Schneeschmelze und Bewegungen des Gletschers könnten die Toten in einigen Wochen, möglicherweise auch erst in einigen Jahren oder gar nicht zutage fördern.
1.000 Meter abgestürzt. Die Kletterer waren in der Nacht auf Sonntag rund 1.000 Meter in die Tiefe gestürzt, nachdem sich ein Eisbrett gelöst hatte und auf ihren Steig geprallt war. Es war das schwerste Unglück in den Alpen in diesem Jahr. Die Suche nach den Vermissten war eingestellt worden. "Wir haben keine Hoffnung mehr, Überlebende zu finden", sagte ein
Sprecher der Bergwacht. "Der Führer rief: 'Lauft schnell! Lauft schnell!'", berichtete im
Krankenhaus der 30-jährige Überlebende Nicolas Duquesne aus Nizza. "Wir hatten gerade noch Zeit, um nach rechts auszuweichen, bevor wir getroffen wurden. Wir hatten wirklich Glück." Duquesne sagte, das Gletschereis habe sich völlig lautlos gelöst. Über den Mont Blanc du Tacul führt eine der Routen zum Mont Blanc, dem mit 4.810 Meter höchsten Berg in Westeuropa. Erfahrene Bergsteiger können den Aufstieg zum Mont Blanc du Tacul in einem Tag
bewältigen, bis zum Mont Blanc ist es dann noch mindestens ein weiterer Tag.
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Expertenmeinung
Schon rund 90 Tote
Es handelte sich nun um das bisher schwerste Lawinenunglück in den
französischen Alpen. Seit Beginn der Sommersaison sind in den Alpen
bereits rund 90 Bergsteiger ums Leben gekommen - 30 in Frank-
reich,
die übrigen in der Schweiz und in Italien. Experten zufolge sind die
Gletschermassen wegen der Erderwärmung besonders instabil geworden,
was das Lawinenrisiko vergrößert hat.











