Kinder werden krimineller - zumindest laut Statistik
Allein von Jänner bis Juli konnten 4.511 Tatverdächtige ermittelt werden, die noch nicht einmal ihren 14. Geburtstag gefeiert hatten. Drei Kinder, alle noch keine zehn Jahre alt, waren im ersten Halbjahr 2008 bereits als Internetbetrüger aktiv.

Foto © APAKriminalität unter Kindern steigt.
Kinder werden krimineller - sagt zumindest die Statistik: Im ersten Halbjahr 2008 hat es um 30 Prozent mehr Anzeigen wegen Körperverletzung und Diebstahl gegeben: Die Täter waren zwischen zehn und 14 Jahre alt. Allein von Jänner bis Juli konnten 4.511 Tatverdächtige ermittelt werden, die noch nicht einmal ihren 14. Geburtstag gefeiert hatten, 417 davon waren sogar jünger als zehn.
Delikte. Häufige Delikte der Unter-Zehnjährigen: Diebstahl in Kaufhäusern, gefolgt von Vandalismus und Sachbeschädigung. Unter den kleinen Langfingern gab es im ersten Halbjahr 2008 auch sechs Fahrraddiebe. Drei Unter-Zehnjährige konnten laut Statistik des Bundeskriminalamts als Betrüger bei Internetauktionen ausgeforscht werden.
Polit-Hick-Hack
Diebstähle. Bei den Zehn- bis Unter-14-Jährigen zählen Kaufhaus- oder Gelegenheitsdiebstähle zu den häufigsten Delikten, Mobiltelefone sind ebenfalls ein begehrtes Objekt der Langfinger. Gleich danach folgen Sachbeschädigung durch Vandalismus. Auffallende Delikte am Rande der Statistik: Zwei Kinder wurden wegen Versicherungsbetruges ausgeforscht. 22 Tat-
verdächtige sind in Einfamilienhäuser eingebrochen.
Nichts zu befürchten. Zu befürchten haben die Nachwuchsganoven aufgrund ihrer gesetzlichen Strafunmündigkeit allerdings nichts. Innenministerin Maria Fekter (ÖVP) forderte kürzlich Konsequenzen für das kriminelle Verhalten. Entschuldigungen beim Opfer, Wiedergutmachung von
verursachten Schäden oder gemeinnützige Arbeit seien für sie
vorstellbar.
Zur Verantwortung gezogen. Dass die Strafunmündigen für ihre Taten zur Verantwortung gezogen werden, hält azcg die Wiener Kinder-, Jugend- und Familienpsychologin Claudia Rupp für sinnvoll. Entschuldigungen beim Opfer sind aber im Rahmen sozialer Spielregeln nicht ausreichend. "Die Kinder brauchen psychologische und therapeutische Unterstützung mit Einbeziehung der Familie", so Rupp.
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Im ersten Halbjahr 2008 hat es um 30 Prozent mehr An-
zeigen
wegen Körperver-
letzung und Diebstahl ge-
geben: Die Täter waren im Durchschnitt
zwischen
zehn und 14 Jahre alt.
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