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Zuletzt aktualisiert: 19.08.2008 um 05:00 UhrKommentare

Ansturm auf die "Neue Mittelschule"

Ab September startet das Versuchsmodell "Neue Mittelschule" in Kärnten. Der Andrang ist groß: Nach Klagenfurt sind jetzt auch Standorte in Feldkirchen, Wolfsberg und Villach im Gespräch.

Nur noch drei Wochen, dann drücken 128 junge Pioniere erstmals in der "Neuen Mittelschule" in Klagenfurt die Schulbank. Sie werden vier Jahre lang in fünf Klassen unterrichtet - unabhängig von ihren Leistungen in der Volksschule.

Kein (A)HS-Ersatz. Doch was ist die "Neue Mittelschule", in der österreichweit 3500 Kinder pauken werden? Fest steht: Sie ersetzt nicht die Hauptschule oder die Unterstufe der AHS. In dieser neuen Schulform werden Zehn- bis 14-Jährigen in Begabungen und Talenten absolut und individuell gefördert.

Flexibler Unterricht. Das heißt: "Jedes einzelne Kind gehört dort abgeholt, wo es schulisch steht", erklärt Marlies Krainz-Dürr, Direktorin der Pädagogischen Hochschule. "Hochbegabungen können frühzeitig erkannt werden. Und Kinder mit Lernschwächen werden an ihre bestmögliche Leistungsgrenze gebracht." Flexibler Unterricht und die Betreuung durch zwei Lehrer - jeweils einer aus Hauptschule und Gymnasium - in den Hauptfächern Mathematik, Deutsch und Englisch sollen die Leistungsfähigkeit eines jeden Schülers steigern. Nach Abschluss dieser Schule ist das Wechseln in Oberstufenschulen mit Matura möglich. Außerdem: "Es können so soziale Ungerechtigkeiten durch eine zu frühe Bildungswegentscheidung verhindert werden", sagt Rudolf Altersberger, Landesschulratsvizepräsident.

Verbale Beurteilungen. Zurzeit müssen sich Eltern und deren Kinder Mitte der vierten Volksschulklasse entscheiden, ob es in die AHS oder Hauptschule geht - durch das neue Modell werden Schüler erst mit 14 Jahren vor die Wahl gestellt. Vorerst gibt es fünf Klassen: zwei auf dem Campus Waidmannsdorf und drei bei den bischöflichen Ursulinen. "Wir haben uns für ein Verbundsmodell entschieden", sagt Walter Ebner, Direktor des BORG Klagenfurt. Zusammen mit Elisabeth Herzele, Direktorin der Praxishauptschule der pädagogischen Hochschule, teilt Ebner sich die "Neue Mittelschule". Eine Klasse startet mit vier Integrationsschülern in das neue Schuljahr. Bei den Ursulinen können Schüler ab der dritten Klasse aus drei Angeboten - Sprache, Naturwissenschaft oder kreativer Schwerpunkt - wählen. "Die Benotung der Schüler verläuft über die Ziffernbeurteilung. Doch wir planen auch eine verbale Beurteilung ein", so Kurt Haber, Direktor des Oberstufenrealgymnasiums St. Ursula, das im Verbund mit der Hauptschule der Ursulinen steht, deren Direktor Reinhard Blaschitz ist.

Weitere Standorte. Die fünf Klassen sollen nicht die einzigen in Kärnten bleiben - der Andrang ist groß. "Wir hätten sogar zehn Mittelschulklassen einrichten können", sagt Altersberger. Weitere Standorte stehen auf der Wunschliste: Feldkirchen startet 2009/10 mit Hauptschule und Handelsakademie das Modell "Neue Mittelschule". In Klagenfurt denkt man an, dass jede Hauptschule eine Kooperation eingeht. Wolfsberg zeigt ebenfalls Interesse. "In Villach könnte neben den zwei Gymnasien eine ,Neue Mittelschule' mit mehreren Klassen errichtet werden."

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