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    Zuletzt aktualisiert: 10.08.2008 um 05:10 UhrKommentare

    Jauntalbrücke: Alles auf Schiene

    Die Jauntalbrücke - die größte Eisenbahnbrücke Europas - wird derzeit saniert. Die Kleine Zeitung sah sich bei den 12 Facharbeitern in luftiger Höhe um.

    Knapp 100 Meter hoch: die imposante Jauntalbrücke

    Foto © Katz-LogarKnapp 100 Meter hoch: die imposante Jauntalbrücke

    Es ist Mittwoch, der 6. August, um die Mittagszeit. Zwei Tage zuvor haben die Sanierungsarbeiten auf der Jauntalbrücke begonnen, am 27. August sollen sie fertiggestellt sein.

    . Die Sonne brennt auf die Stahlplatten der Brücke, wo zwölf Facharbeiter - ausgerüstet mit gutem Schuhwerk und Handschuhen, aber in sommerlicher Bekleidung - am Werk sind. "Die Hitze macht uns zu schaffen", sagt Wilfried Sommer, Brückenbauleiter aus St. Daniel im Gailtal. Die vielen Stahlteile würden sich mit der Widerhitze auf 50 Grad Celsius erwärmen. "Die Baustelle ist aber trotzdem ein reines Vergnügen", lobt der Bauleiter, der in Kärnten insgesamt 927 Bahnbrücken mit einer Gesamtlänge von 27.646 Metern fest im Griff hat.

    . Gleismeister Erwin Srienz aus Lavamünd meint dazu: "Die Facharbeiter haben festen Boden in Form von Stahlplatten des acht Meter hohen Trapezkastens unter den Füßen und werden von einem massiven Geländer geschützt." Gefahr drohe nur von den Baggern und Kränen.

    . Drei Brückenschlosser sind gerade dabei, die natürlichen Eichenhölzer in die Stahlbetten einzupassen. "Jede der insgesamt 694 Schwellen wird mit 22 Riesenschrauben vertikal und horizontal montiert", berichtet Robert Biedermann aus Feldkirchen. Dies bedeute, dass bis zum Abschluss der Arbeiten insgesamt 15.300 Schrauben manuell anzubringen seien.

    . Für Johannes Fortunat aus Damtschach bei Wernberg, der gemeinsam mit sechs Kollegen während der Arbeitswoche in einem Wohncontainer der ÖBB in Bleiburg übernachtet, sind die fast 100 Meter Höhe, auf denen sich sein luftiger Arbeitsplatz befindet, kein Problem. "Jede Arbeit ist gefährlich", meint er. Er räumt allerdings ein, dass sich seine Familie schon Sorgen um ihn macht, wenn er am Montag von daheim wegfährt.

    . Gut gelaunt zeigt sich Gerhard Marko aus Velden, obwohl sein Arbeitstag meistens zwölf Stunden beträgt. "Mein einziger Wunsch wäre ein Koch für den Container, damit wir nicht nur Frankfurter und Packerlsuppen essen müssen." Zum Arbeitsabschluss am 26. August sei allerdings auch ohne Koch eine Grillparty angesagt. Alle drei sind glücklich darüber, dass sie bisher noch nie schwer verunglückt sind und auch bei keinem schweren Unfall zusehen mussten.

    . Auf der Nordseite der Brücke sind die Arbeiter und der Bagger wegen der großen Entfernung von fast 500 Metern kaum zu erkennen. "Sie sind gerade dabei, die alten Gleisfelder aus der Verankerung zu heben", erklärt Zivilingenieur Wolfram de Cillia, ein Villacher. Er besucht fast täglich die Baustelle, um die Einhaltung der strengen Sicherheitsvorschriften zu kontrollieren. "Die Brücke darf nur mit Bahnbetretungskarten betreten werden", so de Cillia, dem - wie er selbst sagt - "gewisse unrechte Zustände" sofort auffallen. Zur Zeit seien zehn Brücken unter seiner Aufsicht. "Wir haben aber lauter Professionalisten am Werk", zeigt sich der Ziviltechniker erfreut.


    Länge

    Die Jauntalbrücke ist 428 Meter lang und fast 100 Meter hoch<7B>. Das Bauwerk ist die größte Eisenbahnbrücke Europas.

    Spatenstich

    Die Jauntalbrücke war die erste neu gebaute Strecke der Österreichischen Bundesbahnen in der zweiten Republik. Der Spatenstich fand 1959 statt.

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    Sprung in die TiefeFoto © Katz-Logar

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    Brückenschlosser Johannes Fortunat, Robert Biedermann und Gerhard Marko sichtlich bei der ArbeitFoto © Katz-Logar

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    Italienischer Radler bei der Fahrt über den Brückenradweg - zugleich DrauradwegFoto © Katz-Logar

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