Getöteter Motorraddieb hatte "Lager" in Drasenhofen
Mit der Dienstwaffe im Weinviertel erschossener Wiener dürfte schwunghaften Handel mit gestohlenen Motorradteilen betrieben haben, berichtet nun der Kurier.
Der am Freitag im Weinviertel getötete Motorraddieb dürfte für zahlreiche Straftaten verantwortlich sein. Laut "Kurier" könnte es sich bei dem 46-jährigen Wiener, der auf der
Flucht vor der Polizei in Wetzelsdorf von einer Kugel aus der Dienstpistole eines Beamten getroffen wurde, um einen Mehrfachtäter gehandelt haben. In Drasenhofen an der tschechischen Grenze sei gestern, Samstag, in einem alten Bauernhof ein "Ersatzteillager" samt einigen, vermutlich gestohlenen Bikes und Mofas entdeckt worden.
Großlager. Beamte der Spurensicherung des Landespolizeikommandos Burgenland
hätten die Werkstätte und das Lagers geräumt. Zwei Lkw-Fuhren seien notwendig gewesen, um Motorradbestandteile von gut zwei Dutzend Bikes - durchwegs der Marke Yamaha - in eine von der Polizei gemietete Halle zu bringen. Jedes Teil werde nun katalogisiert in der Hoffnung,
damit einige Motorraddiebstähle klären zu können. Laut ORF-NÖ sei der Mann im Besitz des Hofes, dort aber nicht polizeilich gemeldet gewesen.
Routinierter Fahrer. Der 46-jährige mehrfach Vorbestrafte sei ein routinierter
Motorradrennfahrer gewesen, der regelmäßig auf dem Automotodrom in Brünn (Tschechien) seine Bikes austestete, hieß es in der Tageszeitung. Er dürfte einen schwunghaften Handel mit Motorradteilen geführt haben. Vor allem Besitzer von Rennmotorrädern, die behördlich
nicht erfasst sind, dürften seine "Kunden" gewesen sein. Über entsprechende Kontakte soll er auf Grund seiner ständigen Präsenz am Auto- und Motorradring in Brünn verfügt haben.
Tödlicher Schuss. Der Mann hatte am Freitagmorgen in Gaweinstal mit einer wenige
Stunden zuvor in Wien-Simmering gestohlenen Yamaha R1 eine Verkehrskontrolle durchbrochen. In Wetzelsdorf fuhr er auf einen Beamten zu, der sich durch einen Sprung zur Seite rettete. Laut "Kurier" soll der Flüchtende Sekundenbruchteile später mit dem
schweren Bike den Beamten gestreift haben, wobei sich ein Schuss aus der Dienstwaffe gelöst haben könnte. Das Projektil durchschlug Niere, Leber, Herz und die Aorta des Mannes und führte, wie der Obduktionsbericht ergab, zum augenblicklichen Tod.
Features
Zuständigkeit
Für den Vorfall im Bezirk Mistelbach war die Staats-
anwaltschaft Korneuburg zuständig. Um den Anschein von Befangenheit zu ver-
meiden, wurden die Er-
mittlungen im Fall bzw. zum Schusswaffengebrauch der Staatsanwaltschaft Wien übertragen. Die Tatortarbeit übernahm das
Landes-
kriminalamt Burgenland.










