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Zuletzt aktualisiert: 08.08.2008 um 05:10 UhrKommentare

Lebensgefahr am Glockner durch Klimawandel

Achtung Steinschlag! Der Klimawandel macht dem "Eisleitl" am Weg zum Großglockner arg zu schaffen. Bergführer und Bundesheer suchen nach Alternativroute.

Das Eisleitl

Foto © HatzDas Eisleitl

Viele Wege führen nach Rom, aber nur einer über das "Eisleitl" auf den Großglockner in 3798 Metern Seehöhe. Aber was seit Jahrhunderten (fast) kein Problem für die Bergsteiger war, hat sich mit dem Klimawandel drastisch verändert.

Dicker Eispanzer. Der dicke Eispanzer auf 3700 Metern Seehöhe ist 100 Meter lang und 250 Meter breit. Er verschwindet regelrecht vor den Augen der Alpinisten. Damit verbunden sind lebensgefährliche Situationen für die tausenden Menschen, die jährlich auf dem höchsten Berg Österreichs stehen möchten. "Das Eisleitl hat sich durch die heißen Sommer sehr verändert", schildert Ernst Rieger, Bergführer aus dem Mölltal, "und ist dadurch für viele Bergsteiger zum akuten Problem beim Auf- und Abstieg geworden."

Über pickelhartes Eis. Teilweise sind wichtige Seilsicherungen ausgebrochen, anderseits krachen immer wieder lockere Felsbrocken auf die Gipfelstürmer nieder. "Durch das rasche abapern wird der Weg mit pickelharten Eis überzogen, keine ideale Voraussetzung für diese wichtige Aufstiegsroute", sagte Rieger. Es ist keine Seltenheit mehr, dass der ÖAMTC-Notarzthubschrauber mit seiner Crew zur Bergungen eines schwer verletzten Alpinisten ausrücken muss. Aus diesem Grund haben die Bergführer im Frühsommer schon beim Bundesheer einen Hilferuf gestartet und um einen Assistenzeinsatz angefragt - zur Unterstützung nach einer sicheren Alternativroute auf den Glockner. Rieger appelliert: "Im Alleingang sollte diese Stelle überhaupt nicht mehr überquert werden." Ein erfahrener Bergführer zur Seite würde einen sichere Überquerung gewähren.

Wichtige Felssicherung. Abseits davon haben die Bergführer dies und jenseits des Glockners mit Heeresbergführern mit Arbeiten begonnen. Die Ausweichroute soll vom "Bahnhof" in 3500 Metern Seehöhe bis zum Sattele (3700 Metern), dem Beginn der Felskletterei zum Kleinglockner, über den Südostgrat führen. Rieger: "Vor allem die Felssicherungen werden ergeben, auf welcher Höhe man wieder auf den Normalweg gelangt, entweder auf den oberen Bahnhof in 3560 Metern Seehöhe oder auf dem unteren Bahnhof."

GÜNTHER HATZ

Grenzberg

Der Großglockner liegt ander Grenze zwischen Kärnten und Osttirol. Er ist mit seinen 3798 Metern Seehöhe der öchste Gipfel Österreichs.

Pyramide

Der pyramidenförmige Gipfel besteht eigentlich aus zwei Erhebungen, dem Groß- und dem Kleinglockner (3770 Metern), die durch die "Obere Glocknerscharte" (3766 Metern) getrennt sind.

Besteigung

Am 28. Juli 1800 gelang Martin und Sepp Klotz mit Martin Reicher und einem Zimmermann die Erstbesteigung. Heute stehen täglich zwischen 100 und 300 Leute am Gipfel.

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