Saudi-Arabien verbietet wegen Flirtgefahr Tierverkauf
Die Männer nutzen laut Sittenpolizei Hunde zum Anbandeln - damit ist Gassigehen künftig tabu.

Foto © APSaudische Männer mit einer Katze auf der Straße: Künftig verboten
Ein Spaziergang mit dem Hund im Park ist für
saudi-arabische Männer die ideale Voraussetzung für einen Flirt mit
interessierten Hundehalterinnen. Das ist der religiösen
Sittenpolizei, die penibel darauf achtet, die Geschlechter
voneinander getrennt zu halten, inzwischen ein Dorn im Auge. Jetzt
soll Schluss sein mit derartigen unzüchtigen Kontakten: Der Verkauf
von Hunden und Katzen soll in der Hauptstadt Riad künftig verboten
sein, ebenso wie das Gassigehen.
Strikte Überwachung.
Die Stadtbehörden kündigten am Donnerstag an, das Verbot werde
strikt überwacht und durchgesetzt werden. Wer beim Ausführen seines
Haustieres erwischt werde, müsse mit der Beschlagnahmung seines
kleinen Lieblings rechnen. Dann solle der erwischte Gassigeher eine
Erklärung unterschreiben, wonach er es nie wieder tun würde, erklärte
der Chef der Sittenpolizei, Othman al Othman. Als Grund nannte er der
Zeitung "Al Hajat" das "zunehmende Phänomen von Männern, die Katzen
und Hunde nutzen, um bei Frauen vorbeizugehen und Familien zu
belästigen."
Sofort konfisziert.
"Wenn ein Mann mit einem Haustier gefasst wird, wird das Haustier
sofort konfisziert", erklärte Al Othman. Das Verbot wurde "Al Hajat"
zufolge vom Gouverneur der Provinz Riad, Prinz Sattam, auf Anraten
eines Rates bedeutender islamischer Geistlicher verfügt. Direktiven
solcher Exekutivkommissionen werden oft nicht öffentlich als neue
Gesetze bekanntgemacht. Die Medienberichte vom Donnerstag legten eine
sofortige Wirksamkeit nahe - ohne, dass die Folgen in der Hauptstadt
zu erkennen waren.
Tierhändler wissen von nichts.
Verschiedene Tierhändler erklärten, sie wüssten nichts von einem
Bann und verkauften munter weiter. "Ich habe nichts von einem Verbot
gehört", sagte auch der 28-jährige Jasser al Abdullah, der mit seinem
drei Monate alten Collie in eine Tierhandlung gekommen war. Zu Hause
hat der Tierliebhaber noch einen knapp ein Jahr alten Labrador. "Ich
werde der Sittenpolizei nicht erlauben, mir meine Hunde wegzunehmen."
Features
Sittenpolizei
Die Sittenpolizei in Saudi-Arabien soll sicher stellen, dass sich unverheiratete Frauen und Männer nicht zu nahe kommen und die Frauen ausreichend verhüllt sind.
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Haustiere
Haustiere haben in den Ländern der arabischen Welt keine Tradition. Hunde werden zudem als unrein betrachtet, und gläubige Muslime vermeiden jeden direkten Kontakt mit den Tieren. Daher ist es in Riad ohnehin ein sehr seltener Anblick, wenn jemand seine Katze oder seinen Hund spazieren führt - ungeachtet der Befürchtungen der Sittenpolizei.











