Betrogener soll Kredit des Angeklagten zahlen
Obwohl Gerichtsverfahren und die Pfandrechte bei Verurteilung gelöscht werden müssen, fordert die Bank aushaftenden Kredit ein.
Ein obersteirischer Landwirt hatte einem Kärntner Beratungsunternehmer blind vertraut und steht nun vor dem Ruin. Sein Hof ist durch Kredite schwer belastet. Der Firmenchef und ein Mitarbeiter müssen sich demnächst wegen schweren Betruges am Landesgericht Klagenfurt verantworten - wir berichteten. Im Hintergrund dieses Gerichtsverfahrens ist auch die Bank für Kärnten und Steiermark tätig geworden. Das Geldinstitut hatte den Hauptangeklagten (57) im Februar 2006 einen Kredit in der Höhe von 300.000 Euro gewährt, obwohl er nicht mehr zahlungsfähig war. Mit dem Pfandrecht wurde neuerlich der Bauernhof in der Obersteiermark belastet. Der aushaftende Betrag dieses Kredites betrug per 26. Juni 2008 knapp 143.000 Euro.
"Nicht informiert". Diese Summe fordert jetzt die BKS vom geschädigten Landwirt Siegfried Wohleser ein - eine Vorgangsweise, die Rechtsanwalt Günter Novak-Kaiser als unseriös bezeichnet: "Wenn Pfandrechte durch strafbare Handlungen zustande gekommen sind, müssen sie im Falles einer gerichtlichen Verurteilung gelöscht werden. Im konkreten Fall gehe ich davon aus, dass die Angeklagten verurteilt werden. Die Bank könnte meinen Klienten dann nicht belangen", sagt Novak-Kaiser und weist noch auf einen anderen Punkt hin. "Mein Klient wurde von der Bank über die Zahlungsunfähigkeit des Hauptangeklagten nicht informiert. Hätte man ihm das gesagt, hätte er das Pfandrecht gar nicht unterschrieben."
Bankgeheimnis. BKS-Vorstand Herta Stockbauer weist die Vorwürfe zurück. Seitens der Bank liege kein Fehlverhalten vor. Die BKS sei nicht Partei im laufenden Verfahren. "Alle darüber hinausgehenden Fragen unterliegen dem Bankgeheimnis."










