Veruntreuung aus Liebe
Sparvereins-Kassier zweigte 12.500 Euro ab und kaufte damit Möbel für seine Freundin. Allerdings ist diese nun in Italien und er darf nicht in Wohnung wo Einrichtung steht.
Ich kenne meinen Mandanten seit 20 Jahren und hätte nie gedacht, dass ich ihn irgendwann vor Gericht verteidigen muss", sagt Anwalt Florian Mitterbacher. Zweieinhalb Jahre war der Beschuldigte Kassier eines Sparvereins "Und es hat immer alles gepasst", betont er. Bis zum Jänner 2008. Da zweigte der Kellner plötzlich 12.500 Euro Sparvereinsgelder ab. Nun steht er wegen Veruntreuung in Klagenfurt vor Gericht.
Warum? "Warum haben Sie das getan. Sie hatten keine Finanzprobleme und nichts?", fragt Richterin Sabine Roßmann den Verdächtigen.
Möbelkauf. "Ich weiß auch nicht, was in mich gefahren ist", gesteht der Verdächtige. "Ich habe das Geld abgezweigt, um meiner damaligen Freundin Möbel zu kaufen. Ich habe ihr mit dem Geld die ganze Wohnung eingerichtet."
Nachgefragt. "Wollten Sie die Frau beeindrucken?", bohrt die Richterin nach.
Antwort: "Ja, ich war so blöd. Ich war frisch mit ihr zusammen und da habe ich mein Hirn ausgeschaltet." Inzwischen ist es wieder eingeschaltet - und die Freundin ist weg. "Sie ist nach Italien abgehauen", seufzt der 35-Jährige.
Mitgenommen? "Hat Sie die Möbel auch mitgenommen?", fragt die Richterin.
Unbeantwortbar. "Das kann ich nicht sagen, weil ich nicht einmal mehr in die Wohnung hinein darf, für die ich Möbel gekauft habe."
Darlehen. So musste er ein privates Darlehen aufnehmen, um den Schaden für den Sparverein wieder gut zu machen. Weil er dieses Darlehen aber nicht zurück zahlen konnte, wurde er auch noch wegen Betrugs angezeigt.
Das Urteil: Sechs Monate bedingte Haft.











