Linzer Kinderbande sorgt für Diskussionen um Jugendstrafrecht
41 Teenager verübten 700 Straftaten, 500.000 Euro Schaden entstanden. Fekter und BZÖ-Darmann wollen Konsequenzen für Unter-14-Jährige.

Foto © APA41 Teenager verübten 700 Straftaten
Eine 41-köpfige Linzer Kinderbande hat am Freitag für
Diskussionen ums Jugendstrafrecht gesorgt. Die Zwölf- bis 17-Jährigen
haben in den vergangenen eineinhalb Jahren rund 700 Straftaten verübt
und insgesamt 500.000 Euro Schaden angerichtet. Die Palette reicht
von Sachbeschädigungen bis hin zu Raubüberfällen. Zehn Teenager sind
in Haft. Innenministerin Maria Fekter (V) und BZÖ-Justizsprecher
Gernot Darmann verlangten Konsequenzen.
Messer und Gaspistole.
Die Verdächtigen - alle aus geordneten familiären Verhältnissen -
begingen in wechselnder Besetzung zahlreiche Diebstähle, beschädigten
Fahrzeuge und brachen in Autos, Kellerabteile, Schrebergärten und
Lokale ein. Ihre Beute reichte von Süßigkeiten und Zigaretten über
Bargeld bis hin zu Mobiltelefonen, Laptops oder Fahrrädern. Auch 16
Überfälle gehen auf das Konto der Bande. Im Dezember vergangenen
Jahres sollen ein 15- und ein 16-Jähriger mit Messer und Gaspistole
bewaffnet eine Trafik ausgeraubt haben, während zwei Zwölfjährige
Schmiere standen.
Gut ausgerüstet.
In einem Linzer Park hatte die Bande ein Materiallager
eingerichtet: Im Gebüsch seien Einbruchswerkzeug, Schlagstöcke,
Schlagringe und sogar ein Elektroschocker sowie eine Gaspistole
versteckt, gaben sie bei der Polizei an. Die Exekutive fand dort
jedoch nur Werkzeug, Baseballschläger und Sturmhauben. Die
Verdächtigen sind geständig. Ihnen sei der angerichtete Schaden nicht
bewusst gewesen, sagten sie bei der Polizei. Als Tatmotiv gaben sie
Langeweile und "schnell verdientes Geld" an, das sie für Kino,
Fast-Food, Zigaretten und Taxifahrten zu ihrem nächsten Coup
ausgaben.
Konsequenzen.
Fekter verlangte nach Bekanntwerden des Falles Konsequenzen für
kriminelle Unter-14-Jährige. Es sei weder gerechtfertigt noch
sinnvoll ist, dass diese "ungeschoren" davonkommen. Die Ministerin
sprach sich für "diversionelle Maßnahmen" (außergerichtlicher
Tatausgleich, Anm.) wie gemeinnützige Arbeit,
Schadenswiedergutmachung oder Täter-Opferausgleich aus. Auch Darmann
trat am Freitag für die Absenkung der Strafmündigkeit von 14 auf 12
Jahre ein. Er begründete die Forderung damit, dass die heutigen
Jugendlichen überwiegend früher reif würden.
Features
Fakten
Innenministerin Maria Fekter zeigte sich empört und auch auch Darmann vom BZÖ trat am Freitag für die Absenkung der Strafmündigkeit von 14 auf 12 Jahre ein. Er begründete die Forderung damit, dass die heutigen Jugendlichen überwiegend früher reif würden.
Foto

Fekter ist empörtFoto © APA










