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    Zuletzt aktualisiert: 01.08.2008 um 22:16 UhrKommentare

    Honeckers modriger Atombunker "Perle" empfängt erstmals Gäste

    Der DDR-Hightech-Bau sollte das Überleben der kommunistischen Machtelite sichern. Nun kann man sich Honeckers "Perle" live ansehen.

    Foto © Reuters

    Es ist dunkel und riecht nach modrigem Keller. Tief versteckt in einem Kiefernwald bei Prenden nördlich von Berlin sollte die DDR-Regierungselite im Falle eines Atomschlags überleben. Die Luftfeuchtigkeit in der unterirdischen Trutzburg ist so hoch, dass sich dicke Wassertropfen an der kalten Betondecke sammeln und beim Herabtropfen einen schmierigen Film auf dem Boden bilden.

    "Perle". Der vom Nationalen Verteidigungsrat gebaute Honecker-Führungsbunker mit dem militärischen Code 17/5001 und dem Tarnnamen "Perle" wird am Samstag erstmals für Besucher geöffnet und kann bis Ende Oktober besichtigt werden. Anschließend soll er wohl für immer verschlossen werden.

    Rüstungszeit. Der Bunker, der 1983 fertiggestellt wurde, galt als technische Meisterleistung und war das wohl aufwendigste Bauwerk seiner Art im gesamten Ostblock. Er entstand im Zuge der atomaren Aufrüstung während des Kalten Kriegs, als die USA begannen, eine neue Generation atomarer Mittelstreckenraketen des Typs Pershing II sowie Cruise Missiles am Eisernen Vorhang aufzustellen.

    Geplündert. Hannes Hensel vom Berliner Bunkernetzwerk tastet sich im Schein seiner Taschenlampe durch die ehemals hoch geheime Überlebenskapsel, in dem die Elite des ersten sozialistischen Arbeiter- und Bauernstaats auf deutschem Boden Zuflucht suchen sollte. Der Bunker ist für Besucher nur noch notdürftig beleuchtet - Schrottdiebe haben fast die gesamte Verkabelung sowie einen Großteil des Rohrsystems mitgehen lassen.

    Ranziger Charme. Trotz der Plünderer ist noch viel vom ranzigen Charme des sozialistischen Bauwerks erhalten geblieben, das mit 300 Millionen Mark zu den teuersten in der DDR gehörte - etwa der aus russischer und DDR-Technik zusammengebastelte Dispatcherraum, der mit grauen Pulten und Schaltkästen ausgestattet war und das Kontrollzentrum des Bunkers bildete.

    Wenig begeistert. DDR-Staats- und Parteichef Erich Honecker war von der die Vorstellung, seine Staatsgeschäfte von hier aus führen zu müssen, offenkundig nie angetan. Zur Fertigstellung des Bunkers soll er ein einziges Mal für 20 Minuten vorbeigeschaut und sich danach in dem mit Wachtürmen abgeriegelten Kiefernwald nie wieder sehen lassen haben.


    Foto

    Foto © APA

    Schlafzimmer unter der ErdeFoto © APA

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    Foto © APA

    Erich HoneckerFoto © APA

    Die "Perle"

    Der Bunker ist etwa 49 Meter breit, 65 Meter lang und 24 Meter hoch. Im Fall des atomaren Angriffs hätten in den 170 Räumen bis zu 400 Menschen zwei Wochen lang überleben können.

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