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Zuletzt aktualisiert: 27.07.2008 um 05:10 UhrKommentare

Wie sich die Inflation anfühlt

Das abstrakte Wort der Stunde: Inflation. Wer wenig hat, wird von der Teuerungswelle besonders hart getroffen. Vier Wenigverdiener berichten, wie sie damit fertig werden.

Soviel Geld ist längst nicht mehr übrig

Foto © APA/DeckSoviel Geld ist längst nicht mehr übrig

Ein Liter Milch zum Preis von zwei! Energiekosten explodieren! Treibstoff bald ein Luxusgut! Das sind die Schlagzeilen der letzten Tage.

Am schlimmsten. Am schlimmsten trifft es wie immer diejenigen, die sowieso schon am wenigsten haben. Alleinerzieherinnen etwa, kinderreiche Familien oder Mindestrentenempfänger. Das merkt auch die Caritas Kärnten. 2007 suchten an die 10.000 Personen um Hilfe an. "Im ersten Halbjahr 2008 stieg diese Anzahl um zehn Prozent", erzählt Johann Mitterer, Caritas-Referent für Sozialberatung und Sozialhilfe. Die Hauptprobleme seien für diese Menschen gar nicht die verteuerten Lebensmittel, sondern die "großen Brocken" wie Mieterhöhungen, explodierende Heizölpreise, steigende Betriebskosten.

Gesetze. Manchmal ist auch die Gesetzgebung ein Stolperstein. Mitterer: "Warum man nicht dazu übergeht, die Kinderbeihilfe statt zweimonatlich jeden Monat auszuzahlen, ist mir ein Rätsel. Die Fixkosten entstehen ja auch monatlich." Hinzu kommt: Kärnten trifft die Inflation besonders stark, da es hier relativ viele, ärmere Menschen gibt. "Bei uns sind 18 Prozent der Pensionisten Mindestrentner, in Wien sind es nur elf Prozent." Für die Betroffenen ist das eine "Spätfolge" ihres Lebens im strukturschwachen Kärnten.

Kärntner verdienen wenig. Das lässt sich an den Löhnen ablesen. Laut Studie der Arbeiterkammer Kärnten (AK) liegt Kärnten beim Durchschnittseinkommen an drittletzter Stelle Österreichs. Das Brutto-Mediaeinkommen der Kärntner beträgt 1973 Euro, der Bundesschnitt liegt bei 2057 Euro. Bitter: Lohnerhöhungen werden von der Inflation aufgefressen. Zwar stiegen die Löhne seit 2002 um 8,4 Prozent, aber abzüglich der Inflationsrate bleibt eine Reallohnsteigerung von einem Prozent.

HEIKE KRUSCH, JOHANNA BAINSCHAB

Armut in Österreich

Armut: Rund 459.000 Österreicher (5,6 Prozent) leben laut Statistik Austria in manifester Armut.
An der Grenze: Eine Million Menschen ist laut Schätzungen der Caritas armutsgefährdet. Als armutsgefährdet gilt, wer weniger als 893 Euro im Monat zum Leben hat.

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