Russland rehabilitierte Zar Nikolaus II.
Der Zar sei ein Opfer der sowjetischen Repression geworden, urteilte Russlands Oberster Gerichtshof.

Foto © APZar Nikolaus II. mit Gattin Alexandra Fjodorowna und den Kindern
Russlands Oberster Gerichtshof hat am Mittwoch russischen Agenturberichten zufolge den letzten Zaren, Nikolaus II., rehabilitiert. Der Zar sei ein Opfer der sowjetischen Repression geworden, urteilte demnach das Gericht in einer symbolischen Geste, die von den Nachfahren des vor 90 Jahren mit seiner Frau und seinen fünf Kindern ermordeten russischen Monarchen lange eingefordert worden war.
Frei von jeder Schuld.
Durch den Gerichtsentscheid ist die Zaren-Familie von jeglicher
Schuld freigesprochen. Verbrechen der Romanows gegen das Volk waren
von der sowjetischen Führung im 20. Jahrhundert stets als Grund für
deren Hinrichtung angeführt worden. Andere Mitglieder der
Romanow-Familie waren in den vergangenen Jahren bereits rehabilitiert
worden, der Zaren-Familie war dies aber im Februar erneut verwehrt
worden. Die sterblichen Überreste der in Jekaterinburg hingerichteten
Familie sind in St. Petersburg bestattet.
Ausschuss.
Großfürstin Maria Wladimirowna hatte im Jahr 2002 einen Ausschuss
unter dem damaligen Präsidenten Wladimir Putin angerufen, um ihre
Vorfahren rehabilitieren zu lassen. Die Romanows waren schon im Jahr
2000 von der orthodoxen Kirche als Märtyrer kanonisiert worden. Zum
90. Jahrestag ihrer Hinrichtung am 17. Juli kamen Hunderte russische
Monarchisten an den Ort der Tat, um der Zaren-Familie zu gedenken.
Features
Fakten
Zar Nikolaus II. hatte auf dem Höhepunkt der bolschewistischen Revolution seine Abdankung erklärt. Zusammen mit seiner Frau Alexandra, ihrem Sohn und vier Töchtern wurde der Zar am 17. Juli 1918 erschossen. Bisher wurde die Bluttat von den Behörden als Mord eingestuft, nicht als Akt politischer Gewalt.










