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Zuletzt aktualisiert: 15.07.2008 um 21:52 UhrKommentare

Seebeben auf Rhodos: "Wir liefen in Panik an den Strand"

Schweres Seebeben erschütterte Rhodos: Tausende Österreicher kamen mit dem Schrecken davon. Eine Griechin aber starb bei dem Versuch, die Enkelin zu retten.

Touristen mussten evakuiert werden

Foto © APATouristen mussten evakuiert werden

"Meine Hunde haben mich geweckt. Es hat alles gewackelt." Wie Tausende Urlauber stürzte die Burgenländerin Susanne Ruenzler, Chef-Rezeptionistin im Sunshine Rhodes Hotel an der Westküste von Rhodos Dienstagfrüh aus dem Hotel.

Stärke 6,2. Ein schweres Seebeben hatte ab 6.26 Uhr frühmorgens die griechische Urlauberinsel heftig erschüttert. Das Seismologische Institut von Athen gab die Stärke mit 6,3 nach Richter an.

Hysterie. "Die Menschen liefen in Panik zum Strand, haben geschrien, wurden aber wieder ruhig, als sie merkten, dass es vorbei war. Einige sind bald darauf friedlich frühstücken gegangen", erzählt Ruenzler. Überall ging es aber nicht so entspannt zu: Eine Einheimische kostete das schwere Beben das Leben. Eine 56-jährige Frau aus dem Dorf Archangelos stürzte nach den Erschütterungen aus dem Haus, stolperte die Treppen hinunter und brach sich dabei das Genick. Ihre zweijährige Enkelin hielt sie fest in den Armen. Das Mädchen blieb unversehrt.

Evakuiert. Das Epizentrum des Seebebens lag rund 450 Kilometer südöstlich von Athen, vor der Südküste von Rhodos. Ein Hotel im Dorf Neochori musste evakuiert werden, nachdem tiefe Risse an den Wänden entdeckt wurden. Die Behörden gaben aber bald Entwarnung. "Ich glaube nicht, dass es noch Nachbeben geben wird", erklärte der Vizebürgermeister der Stadt Rhodos, Yiannis Yiannakidis vor laufenden Kameras. "Das Leben ist wieder normal, man geht zur Arbeit".

Tsunami. "Das Beben war auf allen griechischen Inseln, aber auch in der Türkei, in Zypern und ganz leicht auch in Ägypten zu spüren", sagt Ioannis Rafalias von der griechischen Zentrale für Fremdenverkehr in Wien. "In Ägypten hat es sogar einen Tsunami gegeben", sagt er und setzt nach: "Schreiben Sie das besser nicht, es war nur ein leichter Tsunami, und die Leute verbinden mit dem Wort sofort grauenvolle Bilder."

Problem. Der Grieche weiß, dass Erdbeben im Mittelmeerraum "jeden Tag passieren". Was an der geologischen Beschaffenheit liegt. Der Fremdenverkehrsexperte kann nicht verbergen, dass er wenig Freude an einem Zeitungsartikel hat, der Touristen in Panik versetzen könnte. Schließlich urlauben "jährlich 600.000 Österreicher in Griechenland". Auf Rhodos allein entfallen "70.000 Österreicher pro Jahr", erklärt ein Sprecher des Außenamtes in Wien.

MANUELA SWOBODA

Fakten

Griechenland ist das europäische Land mit den meisten Erdbeben, die Hälfte aller Beben des Kontinents ereignet sich dort. Anfang Juni waren bei einem Erdstoß der Stärke 6,5 zwei Menschen im nördlichen Peloponnes ums Leben gekommen, 140 weitere wurden verletzt. 1999 starben bei einem schweren Beben nordwestlich von Athen 143 Menschen.

Foto

Foto © maps.live.com

Rhodos aus der LuftFoto © maps.live.com

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