Türkei: Von PKK verschleppte Deutsche frei und in Sicherheit
Die drei deutschen Bergsteiger, die auf dem Berg Ararat in der Osttürkei unterwegs gewesen waren, sind wohlauf und in Obhut der türkischen Regierung.

Foto © APGroßer Ararat: 5.165 Meter hoch
Die drei von der verbotenen
Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) entführten deutschen Bergsteiger sind
nach zwölf Tagen frei. Die Männer seien wohlauf und in den Händen
türkischer Sicherheitskräfte, bestätigte ein Sprecher des türkischen
Außenministeriums. Die PKK habe die Geiseln in einem Berggebiet auf
freien Fuß gesetzt. Dort habe die Gendarmerie sie übernommen.
Freilassung.
Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) bestätigte die
Freilassung der Bergsteiger in Berlin. "Es geht ihnen den Umständen
entsprechend gut", sagte er. Sie befänden sich nun in sicherer Obhut
deutscher und türkischer Behörden." Sie würden intensiv von
Mitarbeitern der deutschen Botschaft in Ankara betreut. Steinmeier
dankte den Sicherheitsbehörden vor Ort. Er habe seinen türkischen
Kollegen Ali Babacan in einem Telefonat darum gebeten,
Erleichterung.
Auch der bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein zeigte
sich erleichtert. Er sei froh, dass die Geiselnahme unblutig beendet
werden konnte und die Freigelassenen gesund und wohl behalten zu
ihren Familien zurückkehren könnten.
Freilassung.
Der Sprecher des türkischen Außenamts, Burak Özügergin, erklärte,
die Männer aus Bayern befänden sich "in den Händen türkischer
Sicherheitskräfte". Zu den Umständen der Freilassung machte
Özügergin zunächst keine Angaben. Es blieb offen, ob die Bergsteiger
durch einen Einsatz türkischer Sicherheitskräfte oder aufgrund einer
Entscheidung der PKK freikamen.
Überfall.
Die drei Bergsteiger aus Bayern im Alter von 33, 49, und 65 Jahren
waren am 8. Juli am Berg Ararat (türkisch Agri) in der Osttürkei
verschleppt worden. Sie waren zusammen mit zehn anderen auf dem Berg
unterwegs. Die Bergsteiger hatten in 3200 Metern Höhe mit Genehmigung
der Behörden ihr Camp aufgeschlagen, als sie von einer PKK-Gruppe
überfallen wurden.
Bedingung.
Die PKK hatte als Bedingung für eine Freilassung die Einstellung
der türkischen Militäraktionen am Ararat sowie eine Änderung der
deutschen Kurdenpolitik verlangt. Insbesondere kritisierten die
Rebellen das Verbot des PKK-nahen Senders Roj-TV durch Berlin Mitte
Juni. Die deutsche Regierung lehnte dies jedoch strikt ab und
forderte stets eine bedingungslose Freilassung der Geiseln.
Terrororganisation.
Die PKK und ihre Nachfolgeorganisationen sind in Deutschland
verboten. Sie wird seit 2002 von der EU als Terrororganisation
eingestuft. In Deutschland leben rund 2,4 Millionen Türken, darunter
rund 600.000 Kurden.
Der Berg Ararat liegt nahe der Grenze zum Iran und zu Armenien.
Mit mehr als 5100 Metern ist er der höchste Berg der Türkei. Einer
Überlieferung zufolge soll die Arche Noah auf dem Ararat gestrandet
sein.
Features
Ziele der PKK
Die PKK kämpft seit 1984 für einen eigenen Staat der Kurden oder
zumindest ein Autonomiegebiet im Süd-
osten der Türkei, auch mit
Anschlägen in Touristenorten.











