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Zuletzt aktualisiert: 09.07.2008 um 16:33 Uhr

Überfall auf US-Konsulat in Istanbul: Polizei vermutet Islamisten

Angreifer hatten keine Chance - und sie wussten es. Flüchtiger Attentäter möglicherweise festgenommen, Hinweise auf Werk einer Al-Kaida-Zelle.

Feuergefecht im europäischen Teil der Stadt

Foto © APFeuergefecht im europäischen Teil der Stadt

Bei einem Angriff auf das US-Konsulat in Istanbul sind am Mittwoch nach offiziellen Angaben sechs Menschen ums Leben gekommen. Nach Berichten von Augenzeugen fuhren mehrere Männer mit einem Auto an dem von Mauern umgebenen Gelände vor und eröffneten das Feuer auf Polizisten. Bei dem anschließenden Gefecht wurden drei der Attentäter und drei Polizisten getötet, wie Istanbuls Gouverneur Muammer Güler mitteilte.

Terrorakt. Türkische und amerikanische Behördenvertreter sprachen nach dem Anschlag von einem Terrorakt. Zwei der drei getöteten Täter, die zwischen 25 und 30 Jahre alt waren, sollen türkische Staatsangehörige sein, der dritte ein Syrer. Was die Männer mit ihrer blutigen Aktion eigentlich bezweckten war jedoch rätselhaft. "Sie wussten, dass sie nicht (in das Konsulat) reinkommen würden", sagte der Istanbuler Gouverneur Muammer Güler.

Himmelfahrtskommando. Das würde bedeuten, dass der Angriff eine Art Himmelfahrtskommando war - selbst wenn es den Attentätern gelungen wäre, die türkischen Wachposten zu überwältigen, hätten sie zu dritt und nur relativ leicht bewaffnet kaum eine Chance gehabt, in das stark gesicherte und unter anderem von US-Marineinfanteristen geschützte Konsulatsgebäude einzudringen. Denn das US-Konsulat in Istanbul ist nicht irgendein Gebäude - auf seinem Hügel über Istinye wirkt die Vertretung wie eine Trutzburg, umgeben von hohen Mauern und stark gesicherten Toren.

Al-Kaida-Zelle? Die Tatsache, dass die Angreifer von Istinye ohne Rücksicht auf das eigene Leben vorgingen, stärkte nach Medienberichten bei der Polizei die Überzeugung, dass auch der Angriff vom Mittwoch das Werk einer Al-Kaida-Zelle war. Einer der getöteten Angreifer, Erkan Kizgin, sei der Polizei als Mitglied der fundamentalistischen Gruppe IBDA-C bekannt gewesen, meldete der Fernsehsender Haberturk. IBDA-C trete in jüngster Zeit immer häufiger als "Subunternehmer" von Al-Kaida auf, meldete der Sender unter Berufung auf Polizeikreise.


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