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    Zuletzt aktualisiert: 09.07.2008 um 10:44 UhrKommentare

    Wegen Mordes verurteilter Kinderarzt Franz Wurst gestorben

    Wie erst jetzt bekannt wurde, ist der wegen Mordes verurteilte Kärntner Kinderarzt Franz Wurst im April im Alter von 88 Jahren gestorben.

    Franz Wurst verstarb im April im Alter von 88 Jahren

    Foto © APAFranz Wurst verstarb im April im Alter von 88 Jahren

    Der ehemalige Kärntner Kinderarzt Franz Wurst, der Ende 2002 zu wegen Anstiftung zum Mord zu 17 Jahren Haft verurteilt worden war, ist im April im Alter von 88 Jahren gestorben. Laut "Kärntner Ärztezeitung" starb Wurst, der Mitte Februar 2007 aus der Strafhaft entlassen worden war, in einem Wiener Pflegeheim. Der Mediziner war nach dem Urteil zuerst in die Strafanstalt Stein und später in der Sonderanstalt Wilhelmshöhe, einer Außenstelle der Justizanstalt Wien-Josefstadt, untergebracht. Er war am 20. Dezember 2002 verurteilt worden, weil er sein Patenkind dazu angestiftet hatte, seine Ehefrau Hilde Wurst zu ermorden.

    Blutiges Tuch. Hilde Wurst wurde am 8. Dezember 2000 tot in ihrer Villa in Pörtschach aufgefunden. Zunächst war von einem Unfall die Rede. Als die Gendarmen auf ein blutbeschmiertes Tuch stießen, wurde Mordalarm gegeben. Thomas H., "Patenkind" des betagten Ehepaares, gab später zu, sie auf Ersuchen des Primars erstickt zu haben. Begründung: Sie sei "im Weg gestanden".

    Sexueller Mißbrauch. In der Folge belastete der Bursche Franz Wurst massiv. Dieser soll ihn nicht nur zur Tat angestiftet, sondern auch seinen Patensohn über Jahre hinweg sexuell missbraucht haben. Am 19. Dezember 2000 wurde der betagte Arzt festgenommen. In den folgenden Wochen und Monaten meldeten sich bei den Kriminalisten zahlreiche Männer und Frauen, die angaben, von Wurst ebenfalls sexuell missbraucht worden zu sein. Teilweise lag dies bereits 30 Jahre und länger zurück.

    Verurteilt. Der Prozess gegen Thomas H. und Wurst wurde am 8. April 2002 eröffnet. Während sich Thomas H. schuldig bekannte, wies Wurst alle Vorwürfe zurück. Im Laufe des Prozesses machte sein Verteidiger Helmut Sommer immer wieder eine Verhandlungsunfähigkeit des betagten Angeklagten geltend. Doch die medizinischen Sachverständigen verneinten diese. 73 Prozesstage gab es, 100 Zeugen und zahlreiche Gutachter wurden gehört, das Urteil - 17 Jahre Haft - wurde im November 2003 schließlich vom OGH bestätigt.


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