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    Zuletzt aktualisiert: 05.07.2008 um 20:20 UhrKommentare

    Einer, der auch die Schattenseiten kennt

    Frenkie Schinkels, Trainer und Sportdirektor bei SK Austria Kärnten, gilt als Frohnatur. Dabei hatte er in seinem Leben nicht nur zum Lachen.

    Der Autria-Trainer mit Vater Piet: "Mein bester Freund"

    Foto © kk/privatDer Autria-Trainer mit Vater Piet: "Mein bester Freund"

    Schinkels und Kärnten? Das war Liebe auf dem ersten Blick. Seine Erfahrung: "Viele wissen gar nicht, wie schön es ihr hier habt's." Obwohl er die Mechanismen im Fußball kennt, weiß, dass der Trainer als erstes gehen muss, wenn Erfolge ausbleiben, ist er auf der Suche nach einem Grundstück in Kärnten: "Ich bin ein Gefühlsmensch", behauptet Schinkels von sich. Wer ihn näher kennt, wird das bestätigen. Die Familie geht ihm über alles.

    "Klima muss stimmen." "Das Klima muss stimmen - auch in einer Fußballmannschaft", lautet seine Philosophie .Mit Hilfe seines Privatsponsors (Wigo-Haus) möchte er in Kärnten bleiben, in ein Reihenhaus ziehen. Bis es so weit ist, logiert er weiter beim "Rösch" am Beginn der Wörthersee-Süduferstraße. Heim nach St. Pölten ist es zwar ein bisserl weit. "Aber auf der Laufstrecke und im Stadion bin ich schnell", lacht er.

    Schinkels gegoogelt. Wer bei "Google" den Namen Frenkie Schinkels eingibt, kommt ins Staunen: 19.300 Eintragungen werden über den sportlichen Leiter bei Austria Kärntent ausgeworfen. In den letzten Wochen schien es, als wäre der Tag zu kurz für den Fußball-Besessenen. Schinkels da, Schinkels dort, Schinkels (fast) überall. In Klagenfurt, in Wien in Kattowitz oder anderswo. Als Fußball-Experte war und ist der gebürtige Holländer mit dem unverwechselbaren Sprachgemisch und der rauhen Stimme ein gefragter Mann. Einer, der mit seinen 48 Jahren schon viel erlebt hat.

    Schiedsrichter insultiert. Bereits mit 16 unterschrieb Schinkels bei Feyenoord Rotterdam seinen ersten Profivertrag, doch sechs Jahre später schien seine Karriere auch schon wieder zu Ende: der kleine Mann wurde zum großen Heißsporn, insultierte einen Schiedsrichter, worauf ihn der Verein auf die Straße setzte. Der junge Fußballer war plötzlich arbeitslos und hatte, wer könnte es ihm verargen, außerdem vom Fußball die Nase voll. Ein guter Freund legte Schinkels die Rutsche nach Österreich. "Der Wechsel war eine kluge Entscheidung", blick er heute zufrieden und dankbar zurück. Nach dem ersten Vertrag beim Salzburger AK kickte der Holländer bei allen möglichen Klubs in der Alpenrepublik, erhielt den österreichischen Pass und stand sogar sechs Mal österreichischen Nationalmannschaft. Sein einziges Tor schoß er ausgerechnet gegen Holland (2:3).

    Die Mutter starb mit 50. Das Leben meinte es aber nicht nur gut mit dem unkomplizierten, stets gut aufgelegten Typen. Als er 14 war, verstarb seine Mutter. Sie wurde nur 50 Jahre alt. "Ich bin trotzdem in einer lachenden Familie aufgewachsen", erzählt der Sympathikus. 1993 kam seine Frau Esther bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Frenkie, der sich in St. Pölten sesshaft gemacht hatte, stand plötzlich mit den vier Kinder Romy (heute 21), Samantha (18) sowie den Zwillingen Sabrina und Kimberly (16) alleine da. Zur Hilfe flog er seinen Vater ein - und landete doch auf der Nase. Mit einem Cafe wollte er sich ein zweites Standbein schaffen und sah sich, ohne Unterstützung seiner Frau, mit einem Schuldenberg von 1,8 Millionen S konfrontiert. Als "Trainer-Lehrling" gab es nicht viel zu Verdienen. Frenkie trug Prospekte aus, säuberte im Winter Schnee von den Bahnhöfen. Mit Hilfe seiner zweiten Frau Romana, die ihm einen Stammhalter schenkte, kratzte er schließlich finanziell die Kurve. Dass er auch die Schattenseiten des Lebens kennen gelernt hat, hätte ihn in geprägt: "Seither versuche ich, auch aus negativen Dingen etwas positives herauszuholen." Der Mann weiß, wovon er spricht. Schinkels wird nicht müde, seine Fußballer darauf hinzuweisen, welch schönen Beruf sie haben. "Für manche ist es heute schon ein Problem, wenn das Wasser kalt ist ", erzählt er und macht sie dann aufmerksam, dass es Länder gibt, wo es gar kein Wasser gibt...

    HEINZ TRASCHITZGER

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    Hahn im Korb: Austria-Trainer Frenkie Schinkels mit seinen vier Töchtern und seiner zweiten Frau Romana (ganz rechts)Foto © kk/privat

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    Frenkie Schinkels mit seinem zwölfjährigen Sohn Romario, der als Fußballer auch schon ganz gut drauf istFoto © kk/privat

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