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Zuletzt aktualisiert: 03.07.2008 um 11:05 UhrKommentare

Arznei-Rückstände im Trinkwasser in Deutschland

Das Trinkwasser in Deutschland gilt als besonders sauber - und doch finden sich Arzneimittelrückstände in dem kostbaren Lebensmittel.

Für die Bevölkerung wurde eine Gefährdung (noch) ausgeschlossen

Foto © APAFür die Bevölkerung wurde eine Gefährdung (noch) ausgeschlossen

Zehn Wirkstoffe seien mehrfach nachgewiesen worden, darunter der Blutfettsenker Bezafibrat, das Antirheumatikum Diclofenac, Röntgenkontrastmittel oder das Antischmerzmittel Ibuprofen, sagt der renommierte Toxikologe Hermann Dieter vom Umweltbundesamt.

Niedrige Dosis. "Die nachgewiesenen Mittel im Trinkwasser sind zwischen 100 und eine Million Mal niedriger als die verschriebene Tagesdosis", erklärt Dieter. Das bedeute aber nicht, dass sie unbedenklich seien: "Eine Quantifizierung des Risikos auf einer wissenschaftlich fundierten Grundlage ist noch nicht möglich. Ich sehe hier unbedingt mehr Forschungsbedarf."

Wirkung unklar. Vor allem die Wirkung, die sich ergeben könne, wenn Verbraucher viele Jahre lang mehrere Wirkstoffe gleichzeitig in geringen Konzentrationen über das Trinkwasser zu sich nehmen würden, sei noch unklar. Es gebe aber ernstzunehmende Hinweise aus der Tierwelt: Bei Fischen etwa, die an Kläranlagen-Ausgängen leben, wurden nach Östrogen-Aufnahme (Ethinylestradiol aus der Antibabypille) Geschlechts-Umwandlungen beobachtet.

Gefährdung? In Österreich beschäftigten Wissenschafter sich unter anderem im groß angelegten Kooperationsprojekt ARCEM mit Medikamenten und sonstigen hormonell Wirksamen Substanzen im Wasser. Eine Gesundheitsgefährdung für Menschen schlossen die beteiligten Experten dabei weitgehend aus.


Tierwelt

Sie Substanzen, die schon in extrem geringen Mengen wirken und teilweise kaum nachweisbar sind, dürften bereits Auswirkungen auf Fische und andere Wassertiere haben.

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