Spritpreis kappt Urlaubsbudget
90 Prozent der Kärnten-Urlauber reisen mit dem Auto an. Hoteliers fürchten, dass der hohe Benzinpreis von Urlaubsfahrten abhalten wird und locken Gäste mit Benzingutscheinen.

Foto © Weichselbraun
Pünktlich zum Start in die Sommerferien ist es wieder soweit: Diesel machte einen Preissprung von 2,3 Cent und stellte am Donnerstag mit 1,406 Euro einen Rekord auf. Den "Ferienzuschlag" sind die geplagten Autofahrer ja bereits gewöhnt, doch nach den explosionsartigen Preissteigerungen der letzten Monate reißt jeder Cent mehr ein Loch in die Brieftasche.
In anderen Bereichen sparen.Wenn das Auto unentbehrlich ist, muss in anderen Lebensbereichen gespart werden. Was liegt also näher, als beim Urlaubsbudget den Rotstift anzusetzen. 63 Prozent der Österreicher sind laut market-Umfrage auch fest dazu entschlossen. Und wenn sie auf ihren Urlaub schon nicht verzichten, dann wollen 78 Prozent ihren Gürtel in den Ferien enger schnallen. Urlaubssouvenirs, schicke Schuhe, Eis essen, im Restaurant tafeln - dabei wird heuer wohl jeder Euro umgedreht werden.
Saison. Was das für die Sommersaison bedeutet? "Hohe Benzinpreise sind nicht förderlich für die Urlaubsentscheidung", muss der Fachgruppenobmann der Hotellerie, Anton Wrann, zugeben. Immerhin reisen 90 Prozent der Kärnten-Urlauber mit dem Auto an. Auch der Campingurlaub mit einem Nächtigungsanteil von 20 Prozent hat in Kärnten ein Schwergewicht. Dementsprechend laut lamentieren Urlauber, die mit Camper anreisen. Hohe Benzinkosten, kombiniert mit der Maut, sind bei den potentiellen Gästen ein Ärgernis. Für Wrann ist das teure Mautpickerl in Slowenien eine Art "Chancengleichheit". "Da stehen nicht nur Österreicher als Abzocker da."
Gutscheine. Aus Sorge um schwindendes Gästepotential greifen Hoteliers zu unkonventionellen Lösungen. "Einige Kollegen schicken ihren Gästen Benzingutscheine. Davon halte ich nichts, das ist keine Dauerlösung", sagt Wrann. Dass die Maut refundiert wird, ist aber schon gang und gäbe.
Gedämpft. Der Leiter des IHS-Instituts in Kärnten, Professor Hans Joachim Bodenhöfer sieht im hohen Benzinpreis einen dämpfenden Effekt auf den Konsum. "Man überlegt sich Autofahrten bereits. Der Urlaub steht in der Hierarchie der Österreicher aber hoch oben. Eher spart man bei den Ausgaben, als auf den Urlaub zu verzichten," glaubt er und sieht in der Benzinpreis- und Klimadebatte eine Chance für Kärnten. "Die Menschen werden näher gelegene Ziele bevorzugen oder wieder mit der Bahn fahren," rechnet der Wirtschaftsexperte. Von den Öffis würde er sich mehr Marktorientierung wünschen. Bodenhöfer wäre überrascht, wenn die Sommersaison heuer Plus-Zahlen bringen würde.











