"Nicht unmöglich, sie zu heilen"
Skurril: Jordanien ruft zum Kampf gegen die "Krankheit" Homosexualität auf.

Foto © Reuters
Homosexualität ist in den meisten arabischen Ländern nach wie vor ein Tabuthema. In Saudi-Arabien steht darauf sogar die Todesstrafe. Auch im Libanon ist "unnatürlicher Geschlechtsverkehr", wie Homosexualität dort genannt wird, strafbar. In Ägypten ist Homosexualität zwar nicht per Gesetz verboten, Schwule wurden dort in den vergangenen Jahren aber verstärkt durch Polizeirazzien aufgespürt, verhaftet und brutal verprügelt.
Maßnahmen gegen die "Krankheit".
Einen "neuen Weg" will jetzt die jordanische Regierung einschlagen. Nach offenbar intensiven Diskussionen über das Thema Homosexualität im Internet, bei denen sich die User einig waren, dass "Tausende Schwule" in Jordanien leben, sah sich das Gesundheitsministerium des Landes zu einer Reihe von hochpeinlichen "Richtigstellungen" und "Ratschlägen" genötigt: Man habe lediglich 20 Homosexuelle im Land entdeckt, gehe aber von bis zu 150 Fällen aus, sagte Raja al Ezzat, der Direktor der Abteilung für Geschlechtskrankheiten im jordanischen Gesundheitsministerium, zur Tageszeitung "Al Ghad". Sein Ministerium habe sich daher zu besonderen Maßnahmen zur Bekämpfung der "Krankheitsfalle Homosexualität" entschlossen.
"Negative Auswirkungen".
"Es ist sicherlich schwierig, aber keinesfalls unmöglich, die Schwulen von ihrer Krankheit zu heilen", sagte Ezzat wörtlich. "Um diesem Benehmen vorzubeugen", müssten Sozialarbeiter und Psychologen bereits in den Schulen umfassende Aufklärungsarbeit leisten. Lernprogramme, so Ezzat weiter, könnten dazu beitragen, "die negativen Auswirkungen der Homosexualität auf die geistige Gesundheit der Gesellschaft" zu verringern.












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