Arbeiter schwer verätzt: Verwandte sehen Fehler bei Rettung
Nach einem schweren Arbeitsunfall der sich bereits am 10. Juni bei Treffen ereignete erheben nun Verwandte Vorwürfe gegen das Vorgehen der Rettung.
Wie die Polizei-Inspektion (PI) Sattendorf am Montag erfuhr, ereignete sich bereits am Nachmittag des 10. Juni im Zuge von Hangsicherungsarbeiten - durchgeführt vom forsttechnischen Dienst der Wildbach- und Lawinenverbauung auf dem Gerlitzen-Südabhang, oberhalb von Annenheim - ein schwerer Arbeitsunfall.
Schwere Verätzungen. Bei den Ersterhebungen konnte herausgefunden werden, dass ein 52-jähriger Landesbediensteter aus Deutsch Griffen damit beschäftigt war, mittels einer Pumpe Ankermörtel in eine Ankersicherung zu pumpen. Dabei platzte der unter Druck stehende Schlauch und der Arbeiter wurde von einer größeren Menge Mörtel, welche mit einem ätzenden Spezialkleber vermischt war, im Gesicht getroffen. Dabei erlitt er schwere Verätzungen (Verätzungen 4. Grades) an beiden Augen und kann derzeit nichts mehr sehen.
Schwere Vorwürfe. Der Verletzte wurde zunächst von den Arbeitskollegen und in weiterer Folge vom Rettungsdienst versorgt und ins LKH Klagenfurt gebracht. Von den Angehörigen wurden jetzt schwere Vorwürfe gegen den Rettungsdienst erhoben.
Lange Liste. Obwohl per Notruf die schwere Augenverätzung mitgeteilt worden sei, sei die Rettung ohne entsprechende Mittel gekommen. Es sei weiters kein Notarzt beigezogen und kein Hubschrauber aktiviert worden. Noch ein Vorwurf bezieht sich darauf, dass auch nicht das nächstgelegene LKH Villach zur Zwischenversorgung angefahren worde sei. Die weiteren Erhebungen der PI Sattendorf werden gemeinsam mit dem Arbeitsinspektorat geführt. Zu den Vorwürfen der Angehörigen werden die Ermittlungen eingeleitet.
Stellungnahme. Melanie Reiter, Pressesprecherin des Roten Kreuz Kärnten, bezeichnet die Vorwürfe als "falsch". Es sei im Notruf (getätigt von einem Arbeitskollegen) lediglich die Rede von "Mörtel im Auge" gewesen. Das Auge sei laut Information am Notfalltelefon auch schon ausgespült worden. Auch von Verätzungen war nicht die Rede. Weiters entschied der diensthabende Arzt der Unfallaufnahme in Villach den Patienten nach Klagenfurt bringen zu lassen, da sich dort eine Augenambulanz befindet.











