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Zuletzt aktualisiert: 14.06.2008 um 18:15 UhrKommentare

Erdbeben in Japan: Radioaktives Wasser ausgetreten

Sechs Tote und 140 Verletzte forderte ein Beben im Nordosten von Japan. Zudem trat radioaktives Wasser bei einem hiesigen AKW aus.

Foto © AP

Ein Erdbeben der Stärke 7,2 im Norden Japans hat am Samstag mindestens sechs Menschen das Leben gekostet. Mindestens 140 weitere wurden verletzt, wie die Behörden mitteilten. Zehn Bewohner der Region werden noch vermisst. Erdrutsche blockierten Landstraßen, was die Rettungsarbeiten erschwerte. Der Fernsehsender HNK zeigte Aufnahmen einer eingestürzten Brücke.

Rettungseinsatz. Ministerpräsident Yasuo Fukida erklärte, die Regierung mobilisiere Soldaten, die Polizei und weitere Einsatzkräfte, um die Vermissten zu finden und Verletzte zu behandeln. Das Verteidigungsministerium entsandte ein Dutzend Hubschrauber, Flugzeuge und 760 Soldaten in die Region. Die Streitkräfte flogen Hilfsgüter in das betroffene Gebiet und brachten Verletzte in Krankenhäuser.

AKW betroffen. In einem Atomkraftwerk spritzten 20 Liter Wasser aus zwei Becken, in denen verbrauchte Brennstäbe lagern, wie Kabinettsekretär Nobutaka Machimura erklärte. Das Wasser sei jedoch nicht in die Umwelt gelangt. Zwei Atomkraftwerke mit insgesamt zehn Reaktoren würden inspiziert, es seien zunächst keine Schäden festgestellt worden, sagte Machimura weiter. Die Stromversorger Tohuku Electric Power und Tokyo Electric Power teilten mit, die Atomkraftwerke Onagawa und Fukushima arbeiteten normal. Im Erdbebengebiet waren dennoch 29.000 Haushalte ohne Strom.

Nachbeben. Die Erdbebenwarte in Tokio registrierte den ersten Erdstoß um 8.43 Uhr Ortszeit (1.43 Uhr MESZ) in der Präfektur Iwate. Augenzeugen sagten, die Erde habe in der ländlichen Gegend 30 Sekunden lang gebebt. Danach gab es mehr als 150 Nachbeben. Nach Erdrutschen saßen 100 Badegäste in einem Thermalbad fest, wie die Behörden erklärten.

Tote. Bei den Toten handelte es sich nach Angaben Machimuras um einen Mann, der in Panik aus einem schwankenden Haus lief und von einem Lastwagen überfahren wurde. Zwei Männer wurden bei verschiedenen Erdrutschen verschüttet, und ein Bauarbeiter kam ums Leben, als er von einem herabfallenden Stein getroffen wurde.

Epizentrum. Ein Behördensprecher in einer der am härtesten getroffenen Städte, Kurihara, sagte, eine genaue Schadensfeststellung sei wegen zerstörter Straßen nur schwer möglich. Abgelegene Dörfer seien noch nicht erreicht worden. Iwate liegt rund 450 Kilometer nördlich von Tokio. Das Beben war auch in der Hauptstadt zu spüren. Das Epizentrum lag in etwa acht Kilometern Tiefe. "Es hat so heftig gebebt, dass ich nicht stillstehen konnte. Ich musste mich an die Wand lehnen", sagte Masanori Oikawa, ein Mitarbeiter der Stadtverwaltung von Oshu.

Gefährdet. Japan ist eine der weltweit am meisten erdbebengefährdeten Regionen. Im vergangenen Juli kamen bei einem Erdbeben der Stärke 6,8 in derselben Region elf Menschen ums Leben. Das Epizentrum lag vor einem Jahr in Niigata, etwas südwestlich von dem des Bebens am Samstag. Damals wurde auch ein Atomreaktor beschädigt. 1995 kamen bei einem Erdbeben in Kobe 6.400 Menschen ums Leben.


Fakten

14,8 Liter Wasser seien aus einem Becken ausgetreten, in dem radioaktive Geräte gelagert wurden.

"Die Strahlung des Wasser liegt weit unter dem Level, das möglicherweise die Umwelt in Mitleidenschaft ziehen könnte", sagte ein Sprecher des Werkes. Das Atomkraftwerk laufe weiter.

Foto

Foto © AP

Bild vergrößernBei einem Erdrutsch kam ein Mann ums LebenFoto © AP

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